UN sehen noch keine Gefahr durch Mutation des Vogelgrippevirus

- Genf - Eine kürzlich auf der indonesischen Insel Sumatra festgestellte Mutation des gefährlichen Vogelgrippevirus H5N1 stellt nach Ansicht der Vereinten Nationen keine akute Gefahr für Menschen dar.

Der für die Bekämpfung der Vogelgrippe zuständige UN-Koordinator David Nabarro rief allerdings in Genf zu erhöhter Wachsamkeit auf. Bei einer indonesischen Familie war sowohl eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung des Virus als auch eine genetische Veränderung des Erregers festgestellt worden. "Bedeutet das, dass dies der Beginn einer Pandemie ist? Absolut nicht", sagte Nabarro. Dabei habe es sich um eine Mutation gehandelt, die wie andere bereits beobachtete weitgehend unbedeutend sei.

Auch habe es drei Mensch-zu-Mensch-Übertragungen des Virus gegeben, ohne dass es sich jedoch weiter unter Menschen verbreitet habe. "Wir müssen aber darauf vorbereitet sein, dass gefährliche Veränderungen zu einer gefährlichen Mensch-zu-Mensch-Verbreitung führen können", sagte Nabarro. "Das haben wir bisher aber noch nicht gehabt", fügte er hinzu. Nabarro hielt sich zu einer Tagung des Wirtschafts- und Sozialausschusses der UN (ECOSOC) in Genf auf, bei der auch die wirtschaftlichen Folgen der Vogelgrippe weltweit erörtert wurden.

Nach Einschätzungen der UN-Landwirtschaftsorganisation FAO breitet sich die Voglegrippe in Asien, aber besonders in Afrika weiter aus. Dort werde sie wohl auch auf Jahre hinaus bekämpft werden müssen, während sie in Europa weitgehend unter Kontrolle sei. Nabarro verwies darauf, dass auf einer Geberkonferenz in Peking im Januar rund 1,9 Milliarden Dollar (etwa 1,5 Milliarden Euro) zur weltweiten Bekämpfung der Vogelgrippe versprochen worden waren. Von den dann letztlich 1,1 Milliarden Dollar an wirklich zugesagten Mitteln seien bisher erst 331 Millionen Dollar eingegangen. "Das ist zu wenig", sagte der UN-Koordinator.

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