Sicherheitsrisiko

Darum sollten Sie auf Selfies nie diese Geste machen

München - Sind Selfies gefährlich? Japanische Forscher haben herausgefunden, dass das Handy-Selbstportrait in Kombination mit einer beliebten Geste zum Sicherheitsrisiko werden kann.

Machen Sie Selfies? Nehmen Sie dabei eine bestimmte Pose ein? Zeigen Sie zum Beispiel das Victory- beziehungsweise das Peace-Zeichen? Nein? Gut für Sie, dann sind Sie außer Gefahr. Für alle anderen aber, die gern mit Zeige- und Mittelfinger ihren entspannten Gemütszustand anzeigen, gilt: Vorsicht. Sie machen Ihre Fingerabdrücke möglicherweise Kriminellen zugänglich. 

Japanische Forscher warnen vor Gefahren des Selfies

Nun ist das Selfie an sich für viele störend, manche finden es peinlich, andere können nicht ohne - aber als gefährlich werden die Handy-Selbstportraits bislang nur dann eingestuft, wenn sich der Fotografierende zu sehr auf sein Foto und zu wenig auf seine Umgebung konzentriert. Als Erfinder des Selfies gelten die Japaner, so macht es Sinn, dass japanische Forscher Untersuchungen zum Thema Selfie anstrengen. 

Dabei haben Wissenschaftler des Japan‘s National Institute of Informatics (NII) in Tokio herausgefunden, dass Fingerabdrücke leicht von einem Foto kopiert und nachgebildet werden können. Es reicht ein scharfes Bild, bei dem die Innenseite der Fingerspitzen zu sehen ist. Wie beim Peace-Zeichen. Und das machen nicht nur Promis wie Miranda Kerr.

Thanks for having me @mornings9 Can't wait to come home to Australia! ❤️ @koraorganics

Ein von Miranda (@mirandakerr) gepostetes Foto am

Doch wie sollen Kriminelle an die Fingerabdrücke kommen? Wurde das Foto mit einem Maximalabstand von drei Metern aufgenommen, so die Studie, hätten Kriminelle leichtes Spiel. „Mit einem einfachen Peace-Zeichen vor der Kamera können Fingerabdrücke leicht vielen Menschen zugänglich gemacht werden“, sagt Professor Isao Echizen gegenüber der japanischen Zeitung Sankei Shimbun. Die Qualität heutiger Smartphone-Kameras ließe detailreiche Bilder zu, dazu seien viele Leute bereit, Fotos von sich auf sämtlichen sozialen Kanälen zur Verfügung zu stellen - leichtes Spiel für Kriminelle also, die nur online gehen müssen, um Informationen abzufischen. 

Biometrische Daten gewinnen immer mehr an Bedeutung

Wie stark die Bedrohung realistischer Weise ist, ist natürlich schwer abzusehen. In Zeiten, in denen biometrische Daten wie Fingerabdrücke immer mehr an Bedeutung gewinnen - angefangen bei der Sicherung von Mobiltelefon oder Laptop-, sind gestohlene Fingerabdrücke aber kein unwesentliches Sicherheitsrisiko. Rund die Hälfte aller biometrisch gesicherten Systeme basieren derzeit auf Fingerabdrucktechnik und es dürften in Zukunft weitere hinzukommen. Allerdings, das räumen auch die Wissenschaftler ein, braucht ein Krimineller heute neben dem Fingerabdruck auch Zugang zu Handy, Laptop und Co.

Die Japaner haben für den Fall der Fälle einen durchsichtigen Film entwickelt, der aus Titandioxid besteht und auf den Finger aufgetragen werden kann. Das Mittel wird allerdings frühestens in zwei Jahren verfügbar sein. Darum sollten Menschen, die sich Sorgen um ihre Sicherheit im Internet machen, wohl am besten auf das Peace-Zeichen verzichten. Oder auf Selfies.

kb

Rubriklistenbild: © dpa

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