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Experten bezeichnen Shodan als die gefährlichste Website der Welt.

Datenschützer-Albtraum "Shodan"

Experten: Das ist die gefährlichste Suchmaschine der Welt

New York - Nachbarn ausspionieren, eine Ampel fernsteuern oder sich in das Überwachungssystem eines AKW hacken. Klingt nach dem Drehbuch eines "Mission Impossible"- Films, ist aber dank "Shodan" möglich.

Schon vor über zwei Jahren berichtete das Forbes-Magazin von einem alarmierenden Zwischenfall in Houston im US-Bundesstaat Texas. Eines Morgens hörte der Marc Gilbert (34) eine fremde Männerstimme aus dem Zimmer seiner zweijährigen Tochter kommen. Als er ins Zimmer stürmte, bemerkte er, dass sich jemand Zugriff auf das mit einer Kamera ausgestattete Babyphon verschafft hatte. "Wach auf, du kleine Schlampe", hörte Gilbert zu seinem Entsetzen den Unbekannten zu dem Kind sagen. Bevor er den Stecker ziehen konnte, beleidigte der Hacker ihn noch als Idiot.

Was passiert war: Das Babyphon war ans Internet angeschlossen und nicht gesichert. So konnte sich der Spanner Zugriff verschaffen. Eine Suchmaschine, die ein wahrer Albtraum für Datenschützer ist, erleichtert Unbefugten jetzt derartige Aktionen. Mit "Shodan" lassen sich Geräte auf der ganzen Welt finden, die online vernetzt sind und sich so aus der Ferne bedienen lassen. Das können im Zeitalter des "Internet der Dinge" Kaffeemaschinen sein, Rollläden oder Autos. Auf der Website werden aber auch Ampelschaltkreise und Kraftwerke angezeigt. Und eben Überwachungskameras von Privatleuten sowie von Banken oder Schulen. Oft sind diese Geräte, deren Aufzeichnungen im Netz landen, ungesichert, doch auch ein Passwort stellt für Hacker kein Hindernis sondern bestenfalls eine Herausforderung dar. 

So rechtfertigt sich der "Shodan"-Gründer

US-Politiker fordern bereits ein Verbot des Dienstes. Auch der deutsche Datenschutz-Experte Friedemann Ebelt von "Digital Courage e.V." sieht die Plattform als Anlaufstelle für Kriminelle und fordert bei n24 deshalb "Privacy by Default": Datenschutzfreundliche Voreinstellungen, die die Privatsphäre der Besitzer besser schützen. Oft haben diese nämlich gar keine Ahnung, dass Videos ihrer Kamera ins Netz gelangen.

"Ich würde meine Suchmaschine nicht als beängstigend bezeichnen", sagt Shodan"-Gründer John Matherly. "Es ist beängstigend, dass es Kraftwerke gibt, die mit dem Internet verbunden sind." Außerdem wolle er ja nur auf Sicherheitslücken bei billigen Überwachungskameras hinweisen.

ses

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