Illegales Portal "Silk Road"

Festnahme: Aus für "Drogen-Ebay"

San Francisco - Aus für "Drogen-Ebay": US-Fahnder haben in San Francisco den Betreiber des illegalen Onlineportals Silk Road, Ross William Ulbricht, festgenommen.

Auch das Portal wurde abgeschaltet, wie das Justizministerium am Mittwoch mitteilte. Es seien zudem umgerechnet 3,6 Millionen Dollar (2,65 Millionen Euro) in Form der digitalen Währung Bitcoin sichergestellt worden.

Silk Road, das auch als "Ebay für Drogen" bezeichnet wird, sei ein "riesiger Schwarzmarkt" gewesen, auf dem Drogen und andere illegale Produkte und Dienstleistungen verkauft wurden, heißt es in der Klageschrift, die bei einem Bundesgericht in New York eingereicht wurde. Staatsanwalt Preet Bharar sagte, die Seite habe sich zu einem "der ausgereiftesten und größten kriminellen Marktplätze im Internet" entwickelt.

Die New Yorker Staatsanwaltschaft wirft dem 29-jährigen Gründer der Plattform außerdem vor, im März 2012 den Mord an einem Nutzer in Auftrag gegeben haben, der damit gedroht hatte, die Identität anderer Silk-Road-Kunden aufzudecken. Zudem muss sich Ulbricht auch wegen Geldwäsche verantworten.

Den Ermittlungen zufolge hatte er die Seite Anfang 2011 eröffnet. Internetnutzer konnten dort unter anderem Kokain, Heroin und LSD sowie Hacker-Software zum Diebstahl von Passwörtern erwerben. Laut der Klageschrift konnten Nutzer über Silk Road auch gestohlene Kreditkartendaten kaufen und Auftragsmörder anheuern. Zudem erhielten sie Tipps, um der Strafverfolgung zu entgehen.

Die Seite wurde durch ein Anonymisierungsnetzwerk geschützt. Kunden mussten für jede Transaktion eine Provision in Höhe von acht bis 15 Prozent entrichten. Insgesamt wurden laut den Ermittlern mehr als 1,2 Milliarden Dollar über die Seite umgesetzt.

Das sind die häufigsten Suchbegriffe bei Google

Das sind die häufigsten Suchbegriffe bei Google

Mehr als 100 Fahnder hatten seit November 2011 verdeckt ermittelt und Drogen bestellt, die anschließend in einem Labor analysiert wurden. Die Rauschmittel erhielten sie von Händlern aus den USA und Kanada, aber auch von Verkäufern aus mehr als zehn europäischen Ländern, darunter die Niederlande, Großbritannien, Spanien und Frankreich. Der Staatsanwaltschaft zufolge hatte die Seite im Juli nahezu eine Million Nutzer, ein Drittel von ihnen wohnt demnach in den USA.

afp

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nur drei Prozent würden Facebook-AGB komplett zustimmen
Viele Internetnutzer machen sich nicht die Mühe, die AGBs von Diensten gründlich zu studieren, bevor sie zustimmen. Auch wer ein Facebook-Konto erstellt, übergeht oft …
Nur drei Prozent würden Facebook-AGB komplett zustimmen
App-Installation aus anderen Quellen ändert sich bei Android
Android-Nutzer beziehen die meisten Apps über den Googles Play Store. Stammen die Anwendungen aus anderen Quellen, wird für die Installation eine Zustimmung verlangt. …
App-Installation aus anderen Quellen ändert sich bei Android
Aktive Minderheit postet laut Analyse viele Hass-Kommentare
Haben Nutzer von sozialen Medien wie Facebook einen Hang zum Hass? Nein, sagt eine neue Studie. Hinter Posts, die andere beleidigen, herabwürdigen oder beschimpfen, …
Aktive Minderheit postet laut Analyse viele Hass-Kommentare
Dating-Apps versagen im Test beim Datenschutz
Dating-Apps wissen mehr über ihre Nutzer als mancher enge Freund. Doch viele Apps schützen diese Informationen nicht. Im Gegenteil: Einige Anbieter teilen intimste …
Dating-Apps versagen im Test beim Datenschutz

Kommentare