Immer mehr Betrüger nutzen Partnersuche aus

Singlebörsen: Fünf Tipps, mit denen Sie sicher flirten

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München - Singlebörsen im Internet haben derzeit Hochkonjunktur. Aber aufgepasst: Bei der Suche nach der großen Liebe lauert so manches Mal eine böse Überraschung.

Liebe auf den ersten Klick – derzeit hat sie Hochsaison. Im Januar und Februar sind laut Statistik die Chancen um rund 15 Prozent größer als im Rest des Jahres, in Internetbörsen den passenden Partner zu finden. Es sind mehr Singles als sonst online, denn lange, kalte Nächte machen besonders einsam. Das wissen auch Ganoven, die die Singlebörsen ebenfalls als Jagdrevier entdeckt haben.

Neun Millionen Deutsche haben laut Technikverband Bitkom online bereits nach einem Partner gesucht – kein Wunder, dass Betrüger, Heiratsschwindler und Abzocker hier reichlich Opfer finden. Hauptproblem: Wenn Sie eine Frau oder einen Mann suchen, müssen Sie einiges von sich preisgeben, und sind damit besonders verwundbar.

In Ihr Profil schreiben Sie Telefonnummer, Adresse oder E-Mail meist noch nicht. Doch wenn ein Single erst einmal am Haken zappelt und charmante Zuschriften bekommt, werden diese Daten meist (zu) schnell preisgegeben. Ein leichtes Spiel für Cyberkriminelle. Die Opfer sind dabei überwiegend Männer. Denn sie sind in Singlebörsen häufiger vertreten – und neigen im hormonellen Notstand eher zum Leichtsinn. Aber auch einsame, ältere Damen sind im Visier fragwürdiger Charmeure.

Was fangen die Gauner mit den Informationen an? Sie schicken Ihnen E-Mails mit Fotos williger Partner oder Partnerinnnen – hinter den angeblichen Bildern verbergen sich aber Dateien mit Schadsoftware, die Ihr Online-Banking ausspionieren. Das funktioniert viel treffsicherer als millionenfache Spam-Mails. Oder auf Ihrem Smartphone landen romantische SMS mit einer Telefonnummer zum Anrufen des Online-Flirts – doch die Abzock-Nummer kostet mehrere Euro pro Minute.

Noch teurer wird’s, wenn Ihr neuer „Schatz“ Sie wegen eines angeblichen „Notfalls“ plötzlich bittet, anonym Geld per Western Union zu überweisen. Und noch eine Betrügerfalle: Die Ganoven locken Sie zu einem recht weit entfernten Date. Das Schöne für die Täter: Bei Single-Männern ist die Chance groß, dass die Wohnung dann leer ist – und sich in aller Ruhe von Einbrechern ausräumen lässt. Besonders gefährlich sind Flirt-Apps wie Tinder, die per GPS Ihren Aufenthaltsort identifizieren können. Die Täter wissen, wo Sie gerade sind, wie Sie aussehen, und dass Sie einen Partner suchen. So werden Männer in Liebesfallen gelockt, Frauen gestalkt – oder Ihre Abwesenheit von zuhause wird ebenfalls zu einem Einbruch genutzt.

Fünf Tipps, mit denen Sie sicherer flirten

Die richtige Singlebörse:

Setzen Sie auf etablierte Anbieter wie Parship oder Friendscout, die viel in Sicherheitsmaßnahmen investieren. Das kostet Geld, lohnt sich aber. Problem: Alle wollen einen Partner, doch es soll nichts kosten. 69 Prozent der Online-Flirter setzen bei der Suche auf oft fragwürdige Gratisangebote.

Die richtige Skepsis: „Der Wunsch nach Zweisamkeit sollte nicht sämtliche Sicherheitsbedenken über den Haufen werfen“, warnt Holger Suhl vom Sicherheitsspezialisten Kaspersky Lab. Geben Sie vertrauliche Informationen wirklich erst dann preis, wenn Sie ganz sicher sind, mit wem Sie es zu tun haben. Zuschriften auf Englisch sind häufig ein Alarmzeichen.

Der richtige Klick: Klicken Sie nicht blindlings auf Mailanhänge und Telefonnummern. Es gibt keinen guten Grund, warum Ihr Online-Flirt eine Telefonnummer mit 0900 oder ähnlichem haben sollte. Wenn Ihnen eine Vorwahl verdächtig vorkommt, googeln Sie danach.

Der richtige Virenschutz: Alle Rechner und Geräte, mit denen Sie Singlebörsen nutzen, sind besonders gefährdet und sollten mit einem aktuellen Virenschutz ausgestattet sein – auch ein Android-Handy!

Das richtige Passwort: Verwenden Sie für Singlebörsen ein gutes Passwort mit Sonderzeichen, mit Groß- und Kleinschreibung – und keinesfalls Ihr „gewohntes“ Passwort, das Sie auch schon bei Amazon oder Ebay benutzen.

Rubriklistenbild: © mzv-mm

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