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Mobile Virenscanner schützen das Smartphone beim Download von Apps.

Experte erklärt

Sinnvoller Virenschutz für das Smartphone - So geht's

Stuttgart - Ein Link zur E-Grußkarte, die unbedachte Installation eines kostenlosen Autorennspiels - so leicht kann man sich einen Virus auf sein Smartphone holen. Wie man sich gegen die Infektion schützt:

Kann sich jedes Smartphone einen Virus einfangen? 

"Im Prinzip sind alle Smartphones betroffen", sagt Prof. Roland Schmitz von der Hochschule der Medien in Stuttgart. Allerdings ist Android besonders angreifbar. Zum einen weil es das am meisten verbreitete Betriebssystem für Smartphones ist: "Es lohnt sich einfach mehr, Malware oder Viren für Android zu schreiben", erklärt Schmitz. Andererseits liegt es daran, dass der Google Play Store nicht jede einzelne App durch einen Menschen überprüfen lässt, sondern eine automatisierte Prüfung durchführt. "Somit ist es leichter für einen Angreifer, eine verseuchte App auf der Plattform zum Herunterladen anzubieten", sagt Schmitz. Auch wer Apps außerhalb des Appstores herunterlädt, riskiert Virenbefall.

Warum schleusen Kriminelle Viren auf Smartphones?

Geld ist die Hauptmotivation, erklärt Schmitz. Zum Beispiel können sie auf infizierten Telefonen mobile TANs beim Online-Banking abfangen. "Der Virus ist in der Lage, die mobile TAN zu unterdrücken, so dass der Nutzer sie nicht sieht. Stattdessen wird die TAN an die Kriminellen weitergeschickt", erklärt er. Haben die Angreifer auch Log-in-Daten ausspioniert, ist theoretisch Betrug beim Onlinebanking möglich. Oder die Angreifer erstellen kostenpflichtige Dienste, an die sie vom befallenen Smartphone SMS schicken.

Wie kommt der Virus auf das Telefon? 

"Die häufigste Möglichkeit ist, dass man eine App installiert, die man lieber nicht installiert hätte." Denn die meisten Viren werden vom Nutzer heruntergeladen. Besonders bei kostenlosen Spielen oder vermeintlich lustigen Apps sollte man darauf achten, welche Rechte sich die Programme einräumen. Schmitz: "Braucht eine Spiele-App wirklich Zugriff auf das Versenden von SMS? Muss die App wissen, wo ich mich aufhalte?". Die zweite Möglichkeit ist das Anklicken von Links, die zu schädlichen Downloads führen. "Wenn man im Browser oder in der E-Mail auf einen solchen Link klickt, kann man sich infizieren", warnt er.

Woran erkennt man den Virenbefall des Smartphones?

Nutzer merken meist nicht, dass ihr Smartphone infiziert ist. "Die Viren sind geschickt darin, sich zu tarnen", sagt Schmitz. Einen Angriff merke der Betroffene deshalb meist erst beim Studieren des Kontoauszuges. "Wenn Sie Dinge auf der Rechnung sehen, die Sie sich nicht erklären können, kann das ein Hinweis auf einen Virus sein." Verdächtig seien das Versenden von SMS an Bezahldienste oder andere unerklärliche Abrechnungen.

Wie kann man sich dagegen schützen? 

Zusätzlich zur Vorsicht beim Download von Apps und dem Anklicken von Links, gibt es mobile Virenscanner, die das Smartphone schützen. Diese können bei einer Infektion den Virus in die Quarantäne verbannen, wenn sie ihn denn entdecken, sagt Schmitz. Wenn das fehlschlägt, können Nutzer auch eine Systemwiederherstellung erwägen. "Es ist zu 99 Prozent sicher, dass eine Systemwiederherstellung den Virus entfernt. Nur Viren, die sich sehr tief im System einnisten, überstehen eine solche Maßnahme".

dpa

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