Skihelme im Windkanal

- Die großen Rotorblätter im Windkanal des Lehrstuhls für Fluidmechanik der Technischen Universität München (TUM) in Garching kommen nicht zur Ruhe. Immer und immer wieder steigern Andreas Huber und Charlie Weibel vom Deutschen Skiverband (DSV) die Umdrehungszahlen der Turbinen. Die Techniker testen für den DSV die neuesten Helm-Entwicklungen für die deutschen Alpin-Skifahrer. Wenn die Turbinen Windgeschwindigkeiten erzeugen, die bei einem Skifahrer vergleichbar sind mit etwa 120 Kilometern pro Stunde, erfüllt die Maschinenbauer-Halle ein ohrenbetäubender Lärm. Jetzt wirken auf die Test-Helme in der Windströmung 60 Newton ein. Das würde in der Realität einem Gewicht von etwa sechs Kilogramm entsprechen, das dem Skifahrer auf die Stirn drückt.

<P>Unter dem Styroporkopf, auf dem die Helme montiert sind, ist eine Waage angebracht, die die Kräfte misst, die über die Helme in vertikaler und horizontaler Richtung auf den Kopf wirken. Je weniger Gewicht bei verschiedenen Windgeschwindigkeiten auf den Kopf einwirkt, desto aerodynamischer ist der Helm konzipiert. "Bei den Skifahrern können selbst kleine aerodynamische Vorteile am Helm oder Rennanzug entscheidend sein, um ein Rennen zu gewinnen, denn oft geht es um hundertstel Sekunden beim Zieleinlauf" erklärt DSV- Wissenschaftstrainer Weibel.<BR><BR>Im Weibels Testlauf befindet sich auch ein neuer Helm, der von Designer Rolf Schiller entwickelt wurde. Schiller hat sich für die Neuentwicklung unzählige Videoaufzeichnungen von Abfahrtsrennen angeschaut und mit den deutschen Profifahrerinnen Hilde Gerg und Maria Riesch lange Gespräche geführt, wie man vor allem den Komfort am Helm verbessern kann. "Aerodynamische Konstruktionen wie bei Radhelmen sind bei Skihelmen nicht erlaubt," erzählt Schiller. "Im Vordergrund steht einzig und allein die Sicherheit des Skifahrers." Für Schiller ist es deshalb wichtig, dass Helm und Skibrille eine Einheit bilden, die auch bei hohen Geschwindigkeiten keine kalte Luft nach innen lässt. Auch darf die Brille von innen keinesfalls beschlagen. <BR><BR>"Trotz der strikten Reglementierungen für das Helm-Design ist es möglich, die Aerodynamik an den Renn-Helmen noch zu optimieren," meint Schiller. "Nicht vergessen sollte man auch den psychologischen Aspekt bei der Ausrüstung", sagt der Designer. "Wenn man einem Rennfahrer sagen kann, dass er mit der bestmöglichen Ausrüstung auf die Piste geschickt wird, dann kann das einen entscheidenden Vorteil für das Selbstvertrauen im Wettkampf bedeuten." <BR><BR> In der großen Halle der TUM fährt Charlie Weibel ein weiteres Mal die Wind-Turbinen hoch. Im Kanal befindet sich Schillers neueste Helm-Entwicklung. Gespannt warten die Techniker auf die Messergebnisse der Waage. Sie zeigt weniger Gewicht an als bei bisherigen Testhelmen. Damit wird der Prototyp in Serienproduktion gehen und wohl bald die Köpfe von Maria Riesch und Hilde Gerg schützen.</P><P> </P>

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