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Jeder dritte Deutsche hat heute ein Smartphone. Die Auswahl an Geräten ist mittlerweile riesig. Die Preise reichen von rund 100 bis über 700 Euro.

Viel Leistung - kleiner Preis

Im Test: Smartphones für jeden Geldbeutel

München - Kein Smartphone toppt das Samsung Galaxy S4 – den aktuellen Testsieger der Stiftung Warentest. Doch nicht jeder will über 500 Euro für ein Smartphone ausgeben. Gute Geräte gibt es auch schon ab 100 Euro.

26 Millionen Smartphones gingen im vergangenen Jahr über die Ladentheke – fünfmal so viele wie vor fünf Jahren. Mittlerweile besitzt jeder dritte Deutsche ein Smartphone. Dabei sind die Zeiten, in denen es kaum Alternativen zum iPhone gab, längst vorbei. Auch die Zeiten, in denen Kunden für ein gutes Smartphone tief in die Tasche greifen mussten, sind Vergangenheit. Zu diesem Schluss kommt die Stiftung Warentest in ihrem jüngsten Handytest, den sie in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "test" veröffentlicht hat. Erstmals haben die Warentester neben dem klassischen Test auch eine Preis-Leistungs-Analyse aller im vergangenen Jahr getesteten Geräte durchgeführt, mit der es den Experten gelang, gute Smartphones für jeden Geldbeutel zu finden. Hier kommen die Sieger im Preiskampf:

Viel Leistung für wenig Geld

Preisbewussten Käufern empfiehlt die Stiftung zum Beispiel das Samsung Galaxy SIII Mini. Zwar ist es schon über ein Jahr alt und könnte angesichts schneller Modellwechsel als angegraut gelten – für aktuell etwas mehr als 200 Euro dürfte es aber schwierig werden, ein besseres Handy zu bekommen. Es bietet ein gutes Display und eignet sich sehr gut zum Internetsurfen, das Telefonieren macht dank guter Sprachqualität Spaß.

Absoluten Sparfüchsen empfehlen die Experten das Huawei Ascend Y300 für 105 Euro. Zum Telefonieren eignet es sich genauso gut wie zum Surfen im Netz. Allerdings schneidet das preiswerte Gerät nur knapp gut ab. Seine Kamera zum Beispiel liefert schwache Fotos bei wenig Licht.

Auch zwei Geräte von LG haben im Preis-Leistungs-Vergleich gut abgeschnitten. Das LG E975 Optimus G für rund 335 hat eine angenehme Displaygröße. Sie ist groß genug zum Surfen, aber nicht zu groß für die Hosentasche. Die Kamera liefert bei wenig Licht allerdings nur mittelmäßige Bilder. Beim LG P760 Optimus L9 müssen Nutzer zusätzlich Abstriche beim Musikspieler machen. Es kostet allerdings dafür auch nur rund 226 Euro.

Die Besten mit iOS, Android & Windows

Leistungsorientierte Käufer, die solche Schwächen nicht dulden, sollten laut Stiftung Warentest zum unangefochtenen Testsieger greifen, dem seit April 2013 auf dem Markt befindlichen Samsung Galaxy S4. Es kostet heute etwa 535 Euro. Bei keiner der vielen Funktionen zeigt es Schwächen. Display und Kamera sind top, auch der Akku überzeugt, was nach wie vor keine Selbstverständlichkeit bei Smartphones ist. Trotz des hohen Preises bekommt das Galaxy S4 auch eine Preis-Leistungs-Empfehlung, weil der Preis bei dieser guten Leistung angemessen ist, urteilten die Tester.

Ganz anders das iPhone 5s. Die Warentester bescheinigen dem aktuellen iPhone, zwar durchaus ein gutes Smartphone zu sein, für seine Leistung ist es mit über 700 Euro aber zu teuer. Es zählt daher trotz guter Noten zu den Preis-Leistungsverlierern.

Bei den Preis-Leistungs-Empfehlungen finden sich auch einige der 19 ganz frisch geprüften Smartphones wieder, zum Beispiel das Samsung Galaxy Note 3 (620 Euro) und das LG G2 (490 Euro). Neue Geräte sind besonders für innovationshungrige Käufer interessant, die stets die neueste Technik wollen. Das Galaxy Note 3 punktet zum Beispiel mit seiner Stiftbedienung und dem ungewöhnlich großen, hochauflösenden Display. Das LG G2 kann der Nutzer mit kurzem Anklopfen auf dem Display zum Leben erwecken. Bei aktuellen Smartphones entwickelt sich Highspeed-Surfen per LTE zur Standardausstattung. Ältere können dagegen oft noch nicht mit LTE aufwarten.

Auch das Windows-Phone Nokia Lumia 1020 stellte sich dem Test. Das aktuelle Nokia-Flaggschiff kostet rund 585 Euro und überzeugte die Warentester besonders mit seiner Kamera. Die 41 Megapixel ermöglichen brauchbares digitales Zoomen, ein Xenon-Blitz sorgt für gute Bildqualität auch bei wenig Licht.

Von Android bis Windows: Smartphone-Betriebssysteme im Überblick

Wer sich heute ein neues Smartphone kauft, muss sich nicht nur für ein Modell, sondern auch für ein Betriebssystem entscheiden. Die Platzhirsche in Deutschland sind Android und iOS. Mit Windows Phone 8 und Blackberry 10 gibt es mindestens noch zwei Alternativen mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen.

  • Für Bastler: Android

Das mobile Betriebssystem von Google ist hierzulande inzwischen mit weitem Vorsprung Marktführer. Ein Grund sind die Kosten: Ordentliche Android-Smartphones gibt es schon für um die 100 Euro, Apps und Spiele sind oft günstiger als bei der Konkurrenz. Das System ist sehr offen und lässt sich mit Launchern und Widgets individuell anpassen – etwas für Bastler. Allerdings bringe die Offenheit auch Risiken mit sich. „Bei Android gibt es immer mal wieder Viren und Sicherheitslücken“, sagt Markus Weidner vom Telekommunikationsportal Teltarif.de.

  • Für Anspruchsvolle: iOS

Apples Software für iPhone und iPad kombiniert das breite Angebot an Apps von Android mit mehr Stabilität und Sicherheit. Allerdings ist der Einstieg in die iOS-Welt auch sehr teuer, schließlich läuft das System ausschließlich auf iPhone und iPad. -Für Individualisten: Windows Phone Wer auf seinem PC schon mit Windows 8 arbeitet, erkennt die bunten Kacheln von Windows Phone 8 sofort wieder. Ähnlich wie bei Android gibt es auch unter den Windows-Phone-Modellen inzwischen viele günstige Geräte. Das Angebot an Apps ist allerdings deutlich geringer als bei Google und Apple.

  • Für Berufstätige: Blackberry

Wer viel schreibt, schwört oft noch immer auf die Smartphones von Blackberry und das dazugehörige Betriebssystem Blackberry 10. Grund dafür ist aber nicht so sehr die Software, sondern die physische Tastatur.

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