Smiley feiert 20. Geburtstag

- Hamburg - Das seitlich liegende, lachende Gesicht :-) kennt heute jeder, der mit E-Mail und dem Internet vertraut ist. In dieser Woche feiert das "Smiley" seinen 20. Geburtstag. Erst Anfang September war es Wissenschaftlern von Microsoft und der Carnegie Mellon Universität nach langer Recherche gelungen, den allerersten Smiley auf einer alten Sicherungs-Kopie zu entdecken, berichtet Scott Fahlman, Informatiker und Erfinder der Zeichenfolge, auf seiner Homepage.

<P>Zahlreiche Versuche, die erste Post mit dem so genannten Emoticon auf alten Bändern zu finden, seien zuvor gescheitert. Bei der jüngsten "archäologische Ausgrabung" mit Unterstützung von Mile Jones von Microsoft hätten die Forscher schließlich doch Erfolg gehabt.</P><P>Bereits in den frühen 80er Jahren waren elektronische Gesprächsforen als Vorläufer heutiger Chat-Räume unter Wissenschaftlern sehr beliebt. Doch immer wieder wurden ironische oder sarkastische Bemerkungen nicht verstanden. "Es lag in der Natur der Gemeinschaft, dass ziemlich viele Beiträge humoristisch waren - oder es zumindest versuchten", erinnert sich Fahlman. Einer dieser ironisch gemeinten Beiträge, die von einem Leser als ernst gemeinte Sicherheitswarnung missverstanden worden war, gab schließlich den Ausschlag für Fahlmans Idee.</P><P>Die auf jeder Tastatur erzeugbare Zeichenfolge :-) schien ihm als die eleganteste Lösung, um künftig derartigen Missverständnissen vorzubeugen. Am 19. September 1982 schlug der Informatiker vor, entsprechende Beiträge mit der Zeichenkombination aus Doppelpunkt, Bindestrich und runder Klammer zu kennzeichnen - der Smiley war geboren.</P><P>Seither kann das berühmte Emoticon auf eine beispielhafte Erfolgsgeschichte zurückblicken. Im elektronischen Briefverkehr sind sie heute nicht mehr wegzudenken - in vielen Variationen kennzeichnen Zeichenfolgen inzwischen, wie eine elektronische Nachricht zu verstehen ist. Bereits wenige Monate nach Fahlmans Vorschlag gab es Dutzende Smileys - mit offenem Mund, Gesichter mit Brillengläsern, gesträubten Haaren oder einem zwinkernden Auge.</P><P>Viele Leute hätten die Idee des lachenden Gesichts mit dem Argument kritisiert, dass gute Schreiber es nicht nötig hätten, ihre humoristische Intention noch zusätzlich zu markieren, erzählt Fahlman. "Doch nicht alle, die an elektronischen Diskussionsforen teilnehmen, haben die dichterischen Fähigkeiten eines Shakespeare oder Twain." Hätte Shakespeare zum Beispiel eine kurze Notiz über fehlende Parkplätze vor dem Globe Theater verfasst, wäre daraus vermutlich die gleiche Art von "schlampiger Prosa" entstanden, wie sie heute in den Diskussionsforen üblich sei.</P><P>Inzwischen übersetzen aktuelle Programme zum Schreiben von Online- Telegrammen von AOL und Microsoft die Zeichenfolgen sogar automatisch in kleine Grafiken. Von dieser Perfektionierung ist der Erfinder des Smileys allerdings nicht begeistert. "Persönlich glaube ich, dass dadurch das skurrile Element des Originals zerstört wird", sagt Fahlman.</P>

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