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Entspannungsübungen: Nach dem simsen den Textercicer aufrufen - so bleiben die Daumen gesund.

SMS-Sucht: Teenager verschickte 14.528 Kurznachrichten im Monat

Ein 13-jähriges Mädchen aus Kalifornien hat den Rekord im Kurzmitteilungen schreiben gebrochen. Das Thema SMS-Sucht ist seit 2000 präsent.

Greg Hardesty aus Silverado Canyon in Kalifornien hat gut daran getan, für das Handy seiner Tochter Reina einen Flatrate-Vertrag abzuschließen. 14.528 SMS hat die 13-Jährige im vergangenen Monat verschickt. A 20 Cent pro Nachricht hätte die Rechnung normalerweise über 3000 Dollar (etwa 2300 Euro) betragen.

Als der Journalist und Vater die Rechnung öffnete, flatterten 440 Seiten aus dem Umschlag. Erst wollte er seinen Augen nicht trauen, doch ein Anruf beim Provider bestätigte die Befürchtung.

Aus Interesse nahm sich Greg Hardesty einen Taschenrechner zur Hand, um auszurechnen, ob es überhaupt möglich ist, so viele SMS zu schreiben. Immerhin hätte Tochter Reina dann 484 Nachrichten pro Tag tippen müssen. Und tatsächlich: Es funktioniert. Dafür musste die Teenagerin allerdings in ihren Wachstunden alle zwei Minuten zum Handy greifen. (Originalartikel, deutsche Übersetzung)

Das Thema SMS-Sucht ist in Deutschland schon lange ein Thema. 2000 wurde der Fall eines dänischen Taxifahrers bekannt, der pro Tag 217 SMS schrieb - seine Rechnung von rund 1500 Euro monatlich überstieg bald sein Gehalt. Er wurde in eine Spezialklinik für Internet- und Spielsüchtige gebracht.

2001 warnte der Leiter der britischen Organisation für die "Mausarm-Krankheit" (RSI) vor der SMS-Krankheit, er nannte sie Text Message Injury. In Zusammenarbeit mit dem Provider Virgin Mobile einen Texterciser - Übungen, um die Muskeln zu entspannen.

2004 kochte das Thema erneut auf, als der Psychotherapeut Andreas Herter in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" behauptete, in Deutschland seien etwa 380.000 Menschen SMS-süchtig. Im eXma-Forum diskutieren Dresdner Jugendliche das Thema. Zwar ist das Gespräch von 2004, trotzdem ist es aufschlussreich. Selbsthilfegruppen gibt es auch schon, beispielsweise in Halle.

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