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Ob sich die Kamera-Sonnenbrille von Snapchat durchsetzen kann? 

"Spectacles"

Snapchat stellt Sonnenbrille mit Kamera vor

Los Angeles - Google scheiterte nicht zuletzt wegen Bedenken von Datenschützern, jetzt versucht sich Snapchat an einer Kamera-Brille vor. Was die kostet und was sie kann:

Die Fotoplattform Snapchat hat eine Sonnenbrille mit Kamera entwickelt. Das Gerät mit dem Namen „Spectacles“ kann zehn Sekunden lange Videos aufnehmen. Dazu muss man die Brille an der Seite antippen, wie Spiegel erklärte. Ein Licht zeige dann an, dass die Aufnahme läuft. Die Kamera nehme die Umgebung in einem Winkel von 115 Grad auf, und das Format der Videos sei rund. Die Clips werden per Bluetooth-Funk ans Smartphone übermittelt. Unklar blieb, wie hoch die Qualität der Aufnahmen ist.

Mitgründer und Chef Evan Spiegel stellte die Kamera-Brille dem „Wall Street Journal“ vor und bezeichnete sie dabei als „Spielzeug“, das vielleicht beim Grillen oder bei einem Konzert getragen werde. Das Gerät mit runden Gläsern solle nur eingeschränkt vertrieben werden.

"Erinnerungen neu erleben"

Über eine Kamera-Brille von Snapchat war bereits seit einiger Zeit spekuliert worden, insbesondere nachdem Spiegel bei einem Ausflug mit einem Prototypen auf der Nase fotografiert worden war.

Der 26-jährige Snapchat-Gründer erklärte der Zeitung, die Brille biete eine Möglichkeit, Erinnerungen neu zu erleben. Er habe sie zum Beispiel bei seinen ersten Ferien mit seiner Freundin - dem Supermodel Miranda Kerr - Anfang 2015 getragen. Und wenn er sich die Aufnahmen später ansah, sei er „am nächsten, als ich es jemals sein werde, dem Gefühl gewesen, wieder dort zu sein“.

Snapchat, das mit seinen von allein verschwindenden Fotos bekannt wurde, ist inzwischen auch immer mehr zu einer Medienplattform geworden. Aktuell werde der Dienst von 150 Millionen Nutzern täglich besucht, hieß es. Spiegel ließ den Namen der Firma von Snapchat in Snap Inc. ändern, um den Ausbau des Geschäfts über die bekannte App hinaus abzubilden.

Darum scheiterte Google Glass

Brillen mit integrierten Kameras können ein hartes Geschäft sein, wie schon Google erfahren musste. Der Internet-Konzern stellte seine Brille Google Glass mit Kamera und kleinem Bildschirm 2012 vor, sie kam aber nie über einen eingeschränkten Verkauf in den USA hinaus und wurde schließlich eingestellt.

Es waren vor allem Datenschutz-Bedenken sowie der hohe Preis und technische Schwächen, die einem Erfolg von Glass im Weg standen. Mehrfach wurde über Pläne für eine zweite Version berichtet, die auf den Einsatz in Unternehmen ausgerichtet sein sollte. Sie kam bisher aber nicht heraus.

dpa

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