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So krank macht Instagram unsere Kinder

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Nirgendwo ist unsere Welt makelloser als auf Instagram. Dort sind alle schön, schlank und sexy.
Nirgendwo ist unsere Welt makelloser als auf Instagram. Dort sind alle schön, schlank und sexy. © AFP / ERIC BARADAT

Nirgendwo ist unsere Welt makelloser als auf Instagram. In der Bilder-App, die zum Facebook-Konzern gehört, sind alle schön, schlank und sexy. Doch macht sie unsere Kinder krank?

München -  Es gibt 472 Millionen Bilder mit dem Hashtag #beautiful und 434 Millionen Fotos, die mit #happy markiert sind. Und wer seine Bilder dank Photoshop und Filtern auf noch hübscher getrimmt hat, ist dann sogar #superhappy. Dieses scheinbar so perfekte Paralleluniversum hat täglich eine halbe Milliarde Nutzer – von denen viele durch Instagram psychisch erkranken. Denn der schöne Schein mit 365 Glückstagen im Jahr führt bei vielen Besuchern zu Neidgefühlen, Minderwertigkeitskomplexen oder gar zu Depressionen. Instagram will nun mit einem „Wohlfühl-Team“ für gesündere Nutzer sorgen.

Wie bedenklich ist Instagram? 

Eine Studie der britischen Gesundheits-Organisation „Royal Society for Public Health“ (RSPH) hat 2017 ergeben, dass Instagram unter den fünf großen Netzwerken (neben Facebook, Twitter, YouTube und Snapchat) die negativsten Auswirkungen auf die Psyche junger Besucher zwischen 14 und 24 Jahren hat. Viele leiden unter Angstzuständen, Selbstzweifeln und dem Phänomen „FOMO“. Das Kürzel steht für „Fear of missing out“ – die Angst, etwas zu verpassen, während die schönen Menschen auf Instagram ihre Partys feiern.

Sind alle sozialen Netzwerke schlecht für die Psyche? 

Nein, YouTube erhielt als einziges Netzwerk eine positive Gesamtwertung. Im Gegensatz zu Instagram werden Probleme hier nicht ausgeblendet. YouTube-Nutzer können sich über die verschiedensten Themen informieren, und auch zum Thema Gesundheit sind durchaus seriöse Videos verfügbar.

Was plant Instagram? 

Managerin Eva Chen verspricht: „Wir wollen unsere Community zu einem sicheren Ort machen, an dem sich Menschen wohlfühlen.“ Erste Maßnahmen hat Instagram bereits getroffen. Nutzer können jetzt selbst gewählte Hashtags automatisch unterdrücken, die sie beleidigen oder verletzen würden. Und wer Stichwörter wie #Magersucht aufruft, erhält mittlerweile einen Warnhinweis mit dem Text „Falls du gerade schwere Zeiten durchmachst, würden wir dir gerne helfen.“ Der Link zu Hilfsangeboten führt auf Deutsch allerdings bisher ins Leere, hier muss Instagram dringend nachbessern. Drei Jahre später ist das Thema immer noch brandaktuell - und alarmiert die Politik.

Psychologen-Team soll Jugendliche ab sofort besser schützen

Die RSPH hat konkrete Maßnahmen vorgeschlagen, die das „Wohlfühl-Team“ nun umsetzen könnte. Darunter ist die automatische Kennzeichnung von allzu unrealistischen Bildern, die ganz offensichtlich mit Photoshop geschönt wurden. Die Mediziner fordern zudem Warnhinweise, wenn Nutzer zu lange bei Instagram eingeloggt bleiben. Diese würden dann beispielsweise nach zwei Stunden am Tag eine Einblendung sehen, dass ihre Instagram-Nutzung über einem vernünftigen Maß liegt. Und künstliche Intelligenz soll nicht nur dazu eingesetzt werden, passende Werbeanzeigen zu verkaufen – sondern auch, um Nutzer zu identifizieren, die unter psychischen Problemen leiden könnten. Ihnen soll Instagram dann Hilfe anbieten.

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