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Die neue Trend-App Jodel gibt es kostenlos zum Download.

Anonymer Messenger

MVG, Uni-Storys: So nutzt München die Trend-App Jodel

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München - Ein neuer anonymer Messenger erobert zur Zeit Deutschland und gewinnt auch in München immer mehr Nutzer. Besonders unter Studenten ist Jodel extrem beliebt. 

Sich in der Anonymität des Internets bewegen und ungestört seinen Senf abzulassen, ist nicht nur für viele Menschen selbstverständlich geworden, sondern (teils leider) auch zum Ausdruck unserer heutigen Gesprächs- und Diskussionskultur geworden. Eine Entwicklung, die viele Gefahren birgt und beispielsweise in der aktuellen Diskussion um Flüchtlinge mittlerweile auch Politik und Justiz auf den Plan gerufen hat. Eine neue App macht sich jene Anonymität nun zunutze und glaubt an ihre positiven Seiten. 

Die Rede ist von der App Jodel, welche sich in den vergangenen Monaten rasant in deutschen (Uni-)Städten verbreitet hat. Ihr Konzept ist dabei denkbar einfach: Man lädt die App bei iTunes oder im Google Play Store herunter und muss Jodel anschließend nur die Verwendung des eigenen Standorts erlauben, was für die spätere Benutzung essentiell wichtig ist. Anschließend kann man Jodel sofort benutzen, benötigt weder einen Usernamen noch muss man eine E-Mail-Adresse oder ähnliches angeben. Totale Anonymität also. 

So sieht die neue Trend-App Jodel aus

In der bunt designten und einfach gehaltenen App erscheinen im Feed chronologisch alle Jodel, also Beiträge der aktiven Nutzer im Umkreis von zehn Kilometern (daher die Wichtigkeit des Standorts). Gefällt einem ein Jodel, der aus einem Text oder Foto bestehen kann, besonders gut, kann man ihn einen Upvote geben, kommentieren oder im Falle von Ablehnung downvoten. Jeder Jodel erhält dadurch einen bestimmten Score, und das eigene Karma-Konto steigt bei entsprechenden Upvotes. Bekommt ein Jodel besonders viele positive Votes, erscheint er in der Liste der "Lautesten Jodel". Ebenfalls gibt es eine Rubrik für Beiträge, die "am meisten zurückgejodelt" wurden, sprich besonders oft kommentiert wurden.

Macher von der Anonymität überzeugt

Gründer Alessio Borgmeyer, der die App mittlerweile mit neun Freunden betreibt, ist vom Konzept des anonymen und lokalen Messengers überzeugt. "Bei Jodel hat jeder die gleiche Crowd und die gleiche Chance, Aufmerksamkeit auf seinen Content zu bekommen", sagte er der Spiegel-Jugendseite bento. Indem Jodel seine Nutzer also bis zum Maximum anonymisiert, befreit es seine komplette Community von Selbstdarstellern, gephotoshopten Angeberfotos und jeglichen Sympathie- oder Erfahrungswerten, wie es beispielsweise bei Instagram oder Facebook der Fall ist, und fokussiert gleichzeitig die komplette Aufmerksamkeit auf die Aussage der Jodels. Ein mutiger und interessanter Ansatz. 

Doch Anonymität führt früher oder später auch zu Beleidigungen, sexistischen oder fremdenfeindlichen Kommentaren und Aussagen unterhalb der Gürtellinie. Wie gehen die Macher damit um? Zuerst muss jeder Jodler am Anfang die zehn Jodel-Gebote akzeptieren, wo auf einen respektvollen und harmonischen Umgang untereinander hingewiesen wird. Darüber hinaus vertrauen die Macher von Jodel auf die Selbstregulierung der Community. Erhält ein Jodel beispielsweise einen Score von -5 oder niedriger, verschwindet er automatisch aus der Timeline. Auch gibt es die Möglichkeit, einzelne Jodel zu melden, welche anschließend von der Community-Überwachung geprüft werden. "Wir achten sehr stark darauf, dass die Anonymität nicht als Deckmantel für Beleidigungen missbraucht wird", sagt Alessio. In unserem mehrwöchigen Testlauf haben sich in der Tat kaum diskriminierende Aussagen gefunden.

Wie nutzt München Jodel?

Vor allem in Städten mit hohem Studentenanteil erfreut sich Jodel großer Beliebtheit und kommt auf eine stattliche Anzahl an Nutzern. So auch in München. Neben den üblichen mehr oder minder lustigen Phrasen und Sätzen, die man so gefühlt schon zehnmal auf Facebook oder anderen Plattformen gelesen hat und die bei einem kaum mehr als ein müdes Lächeln hervorrufen, diskutieren die Münchner Nutzer besonders gern über zwei Themen.

Großes Thema unter den Jodlern waren selbstverständlich der Semesterstart und die ersten Wochen an der Universität. Erstsemester fragen nach Tipps in München oder erzählen von ihren Schwierigkeiten mit der Uni. Ebenso finden zahlreiche Aussagen, die die Vorzüge und Eigenarten des Studentenlebens beschreiben, großen Anklang.

Münchner Studenten und Jodel: Eine innige Beziehung

Ebenfalls sehr beliebt sind die beinahe täglich auftretenden Probleme bei der MVG. Ironische, teils auch extrem sarkastische Aussagen zum öffentlichen Nahverkehr scheinen hoch im Kurs unter den Münchner Jodlern zu stehen.

Was Münchner Jodler über die MVG schreiben

Auch über typische Münchner Dinge  tauschen sich die Jodler in der bayerischen Landeshauptstadt aus, beispielsweise, wenn die FKK-Wiese im Englischen Garten aufgrund des schönen Wetters im November noch besetzt ist.

Fazit: Jodel ein schöner Zeitvertreib

Den Machern von Jodel ist es zweifelsfrei gelungen eine App zu konzipieren, die den Nerv junger Menschen trifft und sich dadurch rasant verbreitet. Die Aussagen auf Jodel schwanken dabei zwischen Genialität und Schwachsinn. Ein lustiger Zeitvertreib ist es aber allemal.

ep

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