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Sportsponsoring mit hoher Wahrnehmung: Arjen Robben (l.) und Thomas Müller fahren bei der Meisterschaftsfeier mit dem MAN-Cabrio-Truck.

Sponsors Media Summit in Köln

Wie Social Media den Sport erobert

Köln - MAN, FC Bayern, die Kölner Haie – auf den ersten Blick haben die drei nicht viel gemeinsam. Doch wenn es um Social Media geht, gelten sie als Vorreiter - was auch beim Sponsors Media Summit in Köln klar wurde.

„Wir sind ein Newcomer, haben 2012 den Marketingpreis des Sports erhalten und setzen nach wie vor auf den digitalen Bereich für unsere Sponsoring-Kommunikation“, berichtet Andreas Lampersbach, Leiter der MAN-Konzernkommunikation. Die Münchner wagten 2010 mit dem Sponsoring der fünf Bundesligisten FC Bayern, Hamburger SV, Borussia Dortmund, VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach einen besonderen Schritt für ein Industrieunternehmen. Mittlerweile fahren 13 Bundesliga-Klubs ihre Spieler und Betreuer mit Mannschaftsbussen von MAN und der MAN-Marke Neoplan durch ganz Deutschland.

FC Bayern setzt online auf Sprachenvielfalt

Eine erfolgreiche Sportsponsoring-Geschichte, über deren Vernetzung Lampersbach beim Media Summit referierte. „Wir versorgen die Fußball-Fans mit spannenden Aktionen im Bereich Neue Medien, vermitteln Emotionen und werden von ihnen als Sponsor wahrgenommen“, erklärt er. Für kommende Saison ist eine weitere Professionalisierung im Online-Bereich geplant: Axel Springer wird die Leitung des MAN-Portals manschaftsbus.de übernehmen.

Der FC Bayern steht dem Großunternehmen in Sachen Social Media allerdings in nichts nach. „Der FC Bayern hat ein Beispiel geschaffen, wie man mit Sponsoren online eine eigene Plattform etabliert, Fans aktiviert und sie für Vereinszwecke nutzen kann“, sagt Christian Henne, Geschäftsführer der Münchner Online PR-Agentur Henne Digital.

Benjamin Steen, Leiter der digitalen Plattformen des FC Bayern, nutzte die Veranstaltung, um Kollegen zu treffen, Branchennetworking zu betreiben und sich mit technischen Dienstleistern auszutauschen. „Wir schaffen eigene Inhalte, Bewegtbilder und haben mit myFCB einen Social-Media-Hub, der alle Aktivitäten rund um den Verein bündelt. Mit acht Sprachversionen – davon sogar eine bayrische – erreichen wir die Fans weltweit“, erklärt er die Vorreiter-Position des Vereins. Neben den verstärkten Aktivitäten in den USA durch das gerade erst gegründete Auslandsbüro in New York soll auch China „bayernisiert“ werden. Ortsunabhängig können die Anhänger auf Facebook unter anderem über die schönsten Tore abstimmen, sich als Model für den Fan-Katalog bewerben und Nachrichten rund um ihren Lieblingsverein kommentieren.

Eine erfolgreiche Entwicklung im Social-Media-Bereich verzeichnet auch Eishockey-Bundesligist Kölner Haie. Seit Jahresbeginn konnte man die „Gefällt mir“-Angaben auf Facebook um 43 Prozent auf rund 123 000 Likes steigern. Den großen Zuwachs schreibt der Verantwortliche, Florian Chroscz, der gezielten Strategie der Kölner zu: „In jedem Post bringen wir Ansprache, Emotionen, Involvement und Entertainment unter. Mit Konstanz und Glaubwürdigkeit begeistern wir unsere Fans.“

Neben Social Media standen Diskussionen zum Klub-TV, das mittlerweile viele Bundesligisten für Fans betreiben, und Zukunftsformen von Sponsoring auf der Agenda. Bereits zum neunten Mal tauschten sich über 400 Vertreter der Bereiche Sport, Vermarktung, Dienstleistung und Medien zu relevanten Themen im Kongress-Zentrum Nord in Köln aus. In Sachen Social Media konnte der Veranstalter Sponsors den Vorbildern der Branche übrigens auch das Wasser reichen. So konnten Interessenten das Geschehen den ganzen Tag über unter #sms14 live auf Twitter verfolgen.

Julia Riese

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