Schneechaos und ärztliche Versorgung: Störungen auf der Stammstrecke

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Dem Softwareriesen Microsoft droht der "Mydoom-Day"

- München - Der Angriff erfolgte am vergangenen Sonntag im Morgengrauen. Erst kamen nur vereinzelte Abrufe, dann wurden es immer mehr. Zuviele. Gegen elf Uhr konnten die Webserver, auf denen der Internetauftritt des amerikanischen Software-Unternehmens SCO gespeichert ist, dem Ansturm nicht mehr Stand halten. Die Seite www.sco.com ist seitdem nicht mehr zu erreichen. Der Absturz geht auf das Konto von "MyDoom", zu Deutsch "Mein Untergang".

<P>Binnen einer Woche hat sich dieser "Wurm" blitzschnell im Internet ausgebreitet. Übertragen wird er mittels einer E-Mail. Öffnet der Empfänger die angehängte Datei, verschickt der Schädling die E-Mail automatisch an alle im Adressbuch eingetragenen Kontakte. Experten gehen davon aus, dass derzeit jede zwölfte E-Mail verseucht ist.<BR><BR>MyDoom versendet sich aber nicht nur selbst. Es installiert auch ein Programm, dass mittlerweile auf einer Million Rechner läuft. Von diesen PCs geht seit dem 1. Februar eine andauernde Flut von Abrufversuchen auf die SCO-Website ein, die zum Serverabsturz führte.<BR><BR>"Wir gehen davon aus, dass die Attacke die nächste Woche anhalten wird", erklärte SCO in einer Stellungnahme. Das Unternehmen richtete seinen englischsprachigen Internetauftritt deswegen unter der neuen Adresse www.thescogroup.com ein.<BR><BR>Heute könnte eine andere, weit prominentere Softwareschmiede Opfer von MyDoom werden: Microsoft. Denn im Internet grassiert mittlerweile eine B-Variante des E-Mail-Wurms, die am Dienstag, den 3. Februar 2003 eine "Denial-of-Service"-Angriff auf die Website des Softwareriesen starten soll. Der Nachkömmling könnte sich allerdings als Rohrkrepierer entpuppen. Nach Erkenntnissen der IT-Firma F-Secure ist "MyDoom.B" weniger effektiv, weil er weniger verbreitet ist.<BR><BR>Wie Microsoft mit dem Angriffsgerüchten umgeht, ist nicht bekannt. In der Deutschland-Niederlassung äußerte sich gestern niemand zum Thema. Bekannt ist allerdings, dass der Konzern ebenso wie SCO ein Kopfgeld von 250 000 Dollar auf den MyDoom-Programmierer ausgesetzt hat.<BR><BR>"Wir haben bislang allerdings keine Erkenntnisse über die Täter", erklärte gestern Hans Bayer von SCO Deutschland. Über Spekulationen, der Urheber solle Russe sein, weil der Wurm dort erstmals aufgetreten ist, wollte er nicht kommentieren. Ebenso wenig sagte er zu Gerüchten, die Täter seien Verfechter des alternativen Betriebssystem Linux. SCO streitet derzeit gerichtlich um Urheberrechte an Teilen von Linux. Microsoft ist Produzent des Konkurrenzprodukts Windows.<BR><BR>Zum Schaden, den MyDoom bei SCO angerichtet hat, macht das Unternehmen keine Angaben. Die Branchenexperten von Mi2g schätzen die weltweit entstandenen Kosten auf 38,5 Milliarden Dollar. Kein vergleichbarer E-Mail-Wurm hätte bislang schlimmer gewütet.</P><P></P><P align=center></P>

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