Wie Sonnenmilch & Co. die Haut schützen

- Sonnenbaden und Sonnencreme gehören unabdingbar zusammen. Doch wie funktioniert er eigentlich, der Sonnenschutz aus Tube, Tiegel oder Flasche? Es gibt zwei Wirkungsweisen: Sogenannte anorganische UV-Filter machen sich eine physikalische Wirkungsweise zu Nutze. Hier umhüllen mikrofeine Partikel aus Titandioxid oder Zinkoxid die Haut und reflektieren wie kleine Spiegel das einfallende UV-Licht. Weil diese Pigmente jedoch weiß sind, könnten sie bei höherer Konzentration einen weißen Film auf der Haut hinterlassen.

Deshalb werden die Pigmentpartikel auf etwa 200 Nanometer (millionstel Millimeter) verkleinert und wirken somit transparent. Dieser Sonnenschutz wird vorwiegend in Sonnenschutzmitteln mit sehr hohem Lichtschutzfaktor eingesetzt und gilt als besonders hautfreundlich.

Wärme- statt Licht-Energie

Hilfe durch Chemie hingegen liefern auch organische Kohlenstoffverbindungen, die in den Sonnenschutzmitteln wie ein Filter wirken und die Strahlung absorbieren. Als Wirkstoffe gelöst, bilden sie auf der Haut einen geschlossenen Film. Und nun im (komplizierten) Fachjargon erklärt: "Die Absorber-Moleküle müssen die aufgenommene Energie in sich verarbeiten und dürfen die Strahlungsenergie nicht dazu nutzen, um mit anderen Molekülen zu reagieren", so Thorsten Bach, Photochemiker an der Technischen Universität in München. "Deshalb suchen wir nach Stoffen, die bei Energiezufuhr beispielsweise Rotationen innerhalb ihrer Strukur auslösen. Bei dieser Rotation wird dann die aufgenommene Lichtenergie in ungefährliche Wärmeenergie verwandelt."

Nachteil dieser chemischen Wirkstoffweise sind möglicherweise eine Unverträglichkeit, aber auch unregelmäßiger Schutz, weil zu viel Creme in den Hautfalten versickern könnte. Deshalb gilt es, chemischen Sonnenschutz eine halbe Stunde vor dem Sonnenbaden aufzutragen, damit die Moleküle in die tieferen Hautschichten vordringen können.

Und in den Laboratorien wird ständig weiter geforscht. Die Experten eines Ludwigshafener Chemiekonzerns haben bereits im Jahr 2004 einen organischen UV-Absorber auf den Markt gebracht, der problemlos mit anderen organischen und anorganischen Filtern kombiniert werden kann. Er kann nicht nur UVA- Strahlung besonders gut abschirmen, sondern ist zudem völlig lichtstabil -die Garantie für lange Wirkungsdauer. Um wieviel länger man sich im Vergleich zum ungeschützten Sonnenbad mit einem Schutzmittel der Sonne aussetzen kann, ohne dass mehr als eine leichte Hautrötung entsteht, gibt der Lichtschutzfaktor an.

Er ist das Maß für die Wirksamkeit von Lichtschutzmitteln bei UVB- Strahlen. Am Beispiel: Wer ungeschützt nach zehn Minuten eine rote Haut bekommt, kann mit Faktor 30 eingecremt dreißig Mal länger sonnenbaden, also 300 Minuten. Doch Vorsicht: Dies wurde unter (idealen) Laborbedingungen ermittelt und ist allenfalls ein Durchschnittswert. Der allerbeste Schutz vor Sonnenbrand liefert immer noch die alte Regel: Zwischen elf Uhr und 15 Uhr - ab in den Schatten!

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