Sparen am Lehrer der Zukunft

- Konkrete Pläne an verschiedenen Landesuniversitäten, dem Spardiktat der Regierung durch das Schließen von Lehramtsstudiengängen entgegenzukommen, haben den Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) in Alarmstimmung versetzt. Umstrukturierungen an den Universitäten machten erst dann Sinn, wenn ein schlüssiges Konzept zur Reform der Lehrerbildung vorliege, warnt BLLV-Präsident Albin Dannhäuser die Hochschulchefs und Bildungspolitiker vor kurzsichtigen Aktionen.

<P>Die "rasenmäherartige Einsparwut der Bayerischen Staatsregierung" habe fatale Auswirkungen auf die Hochschulen und damit auch auf die Lehrerbildung, so Dannhäusers Kritik. Die Lehrerbildung, und zwar für sämtliche Schularten, sei an vielen Universitäten ein "ungeliebtes Kind", weil sie komplex strukturiert sei und im Vergleich zu anderen Disziplinen viel weniger Drittmittel einbringe. <BR><BR>"Universitäten, die sparen müssen, erliegen derzeit leicht der Versuchung, sich von einzelnen Lehrämtern und Fächern zu trennen", so Dannhäuser warnend: "Es ist aber widersinnig, wegen der Sparzwänge Lehramtsstudiengänge über Bord zu werfen, die später wieder eingeführt werden müssen."<BR><BR>Die Schließung der Grund- und Hauptschulpädagogik, wie in Regensburg geplant, oder der Religionspädagogik wie in Eichstätt, könne auch sehr schnell den Verlust der anderen Lehrämter nach sich ziehen. <BR>Der BLLV setzt dagegen auf erziehungswissenschaftliche Fakultäten und Lehrerbildungszentren. Denn: "Pädagogik kann man nicht teilen."<BR><BR>So müsse in der Lehrerbildung künftig die Methoden- und Diagnosekompetenz eine größere Rolle spielen, damit Pädagogen leistungsschwache und -starke Schüler gezielt und individuell fördern können. Leerläufe während der Ausbildung müssten deutlich verringert, Strukturen verbessert und Praxisnähe gewährleistet werden. Ein Ziel sei der Sekundarstufenlehrer I - ein Lehrer, der in Haupt-, Realschule und Gymnasium von der 5. bis zur 10. Klasse eingesetzt werden könne. "Die Trennung nach Schularten ist nicht mehr zeitgemäß und verhindert einen flexiblen Lehrereinsatz", betonte Dannhäuser.<BR><BR>Die Einstellungsmöglichkeiten für den Lehrernachwuchs sind nach Einschätzung Dannhäusers derzeit völlig ungewiss. "Durch die Erhöhung der Lehrerarbeitszeit fallen tausende von Neueinstellungen weg." Entsprechend groß seien Wut und Enttäuschung bei den Studenten. Besser sehe es auf dem Arbeitsmarkt von übermorgen aus. Innerhalb der nächsten zehn Jahre werden 40 Prozent der Lehrer in den Ruhestand versetzt. "Spätestens dann werden wir wieder massiv neue Lehrer brauchen - und keine haben, weil uns der Nachwuchs fehlt." <BR><BR></P>

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