Spezialschuh für die Achillessehne

- Deutschlands berühmteste Achillessehne ist wohl die von Lothar Matthäus. Doch nicht erst seit dem Riss in seiner Wade 1995, an dem die gesamte Fußballnation Anteil nahm, ist die stärkste Sehne des menschlichen Körpers eine Problemstelle. Bei rund 20 000 Menschen reißt pro Jahr das im Schnitt 18 Zentimeter lange Faserband im Unterschenkel - Tendenz steigend. Nicht zuletzt deshalb hat sich bei der Therapie von Achillessehnenverletzungen viel getan.

<P>"Plaster is a disaster" - Gips ist eine Katastrophe. Diesen Ausspruch haben amerikanische Achillessehnen-Experten geprägt. "Die meisten Patienten werden heute ohne Operation mit guten Ergebnissen behandelt", bestätigte der Leiter der Achillessehnenambulanz am Universitätsklinikum Dresden Professor Michael Amlang beim 12. internationalen Symposium für Fußchirurgie in München.<BR><BR>Früher wurde fast jeder Riss operativ versorgt. Noch bis vor zehn Jahren wurde dann das gesamte Bein sechs Wochen im Oberschenkelgips ruhig gestellt. Heute müssen Patienten nur dann unters Messer, wenn der Abstand zwischen den Rupturenden der Sehne zu groß ist.</P><P>Die meisten bekommen dagegen einen Spezialschuh, ein so genanntes elastisches Fersenpolster. Damit treten die Riss-Enden beim Absenken des Fußes um etwa 20 Grad in Kontakt und verwachsen wieder. Amlang macht als größten Vorteil des "Variostabilschuhs" aus, dass "schon einige Tage nach der Verletzung der Patient seinen Fuss voll belasten" kann.<BR><BR>Ist eine OP unumgänglich, bringt nach einer Studie des Stuttgarter Fußchirurgen Klaus Steinbrück derzeit die perkutane Nahttechnik die besten Resultate. Durch einen nur wenige Zentimeter langen Hautschnitt wird die Sehne genäht und gleichzeitig das Infektionsrisiko im Vergleich zu offenen Operationen minimiert.<BR><BR>Für Fußchirurg Amlang ist der Achillessehnenriss das letzte Glied in einer langen Ereigniskette. Lebens- und Sportgewohnheiten und damit einhergehende Fehlbelastungen spielen genauso eine Rolle wie Gewebeschäden. Mit zunehmendem Alter nehmen Kapillardichte, Elastin- und Wassergehalt in der Achillessehne ab. Und: "Oft kommt es zu Kalkablagerungen", so Amlang.<BR><BR>Mittels Sonographie und Magnetresonanz-Tomographie lassen sich aber inzwischen typische Muster solcher Überlastungssyndrome schon bei einer Entzündung der Sehne erkennen und behandeln. Einem Riss kann so vorgebeugt werden. <BR><BR>Bis zu einer Tonne Gewicht muss die Achillessehne bei starker Beanspruchung abfedern. Wer Risikosportarten wie Badminton, Squash oder Basketball betreibt, sollte deshalb besonders auf die Dehnung der Wadenmuskeln und gutes Aufwärmtraining achten. Und auf das richtige Schuhwerk: Viele Laufshops oder orthopädische Schuhmacher analysieren inzwischen das Laufverhalten auf dem Laufband per Video. Fehlbelastungen können so erkannt und durch Schuheinlagen oder Spezialschuhe behoben werden. <BR><BR>Lexikon aktuell<BR>Achilles<BR>Griechischer Kämpfer vor Troja. Der Sage nach war Achilles nahezu unsterblich. Nur eine Stelle an seiner Ferse war verwundbar. Der Krieger starb, als Apoll einen vom Trojaner Paris abgeschossenen Pfeil dorthin lenkte.<BR></P><P><BR> </P>

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