Im Spiegel des Experiments

- In der düsteren Wolke schimmert ein glutroter Strahl. "Bitte noch mal, bitte noch mal", rufen die Besucher, als das Tageslicht den Zauber zerstört. Und Felix, Student im 3. Semester, tut seinen Zuhörern den Gefallen. Licht aus, Nebelmaschine an - und das magische Leuchten des Lasers glimmt erneut. Doch eigentlich geht es heute nicht um Magie, es geht um nüchtere Physik. Aber mit Spaß und Spiel lernen nicht nur junge Physiker leichter - das ist das Konzept von "Expeko - Experimentieren für Kinder".

Im Sommer saßen zum ersten Mal Kinder und Jugendliche auf den Bänken der Fakultät für Physik der LMU, grübelten, fragten, bastelten. Die Veranstaltungen waren ein so großer Erfolg, dass jetzt Zusatztermine angeboten werden. Heute auf demProgramm: das Periskop. Doch vor der Praxis steht die Theorie: Jeder Jungstudent bekommt einen Spiegel. "Was macht der, wenn wir hineinschauen?", will Physikstudentin Sabine wissen.

"Er vertauscht die Seiten", ruft ein gewitzter Zuhörer. Doch ganz so einfach ist es nicht. "Er vertauscht rechts und links", glaubt einer. Doch nach einigem Nachdenken ist klar: Er vertauscht hinten und vorne. Schnell ist auch das nächste Problem gelöst: Wie kommt ein Lichtstrahl, der schräg auf einen Spiegel fällt, wieder zurück? "Genauso schräg", ruft jemand. Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel, heißt das Prinzip. Die Juniorstudenten haben es verstanden, auch ohne Fachbegriffe. Dann geht’s ans Basteln.

Aus einem Spiegel und Karton soll ein Periskop entstehen, mit dem man wie ein Detektiv um die Ecke gucken kann. "Die Materialien sind einfach", sagt Christine Waltner, Assistentin von Hartmut Wiesner, Professor für Didaktik der Physik. Ihr Chef hat sich das Erfinden einfacher Experimente offenbar zum Hobby gemacht. In einer Kammer lagern Dosen, Holzkugeln, Kartons -Baumaterialien zum Beispiel für ein Auto mit Gummimotor. Die Sachen gehören auch zur Ausbildung der Studenten. Denn schon in der Grundschule soll das Experimentieren immer mehr zum Unterricht gehören.

Im Experimentier-Raum schreitet die Arbeit voran. Mit Laubfrosch-grüner Schutzbrille und Handschuhen groß wie Löwenpranken drängt der zehnjährige Cornelius ans Glasmesser. Er will seinen Spiegel in die richtige Größe schneiden. Isabelle, ebenfalls zehn Jahre alt, ritzt konzentriert mit einem Messer Schlitze in das Periskoprohr. "Ich freu mich auf das Fach Physik", sagt sie.

Nach einer Dreiviertel- Stunde sind die Periskope fertig. Isabelle guckt in das Sichtfenster. Der Spiegel zeigt überraschend die Tafel hinter ihrem Rücken, dann das Fenster -je nachdem, in welche Richtung sie das obere Rohr mit dem zweiten Spiegel dreht. Warum das Fenster allerdings auf dem Kopf steht, das kann sich Isabelle nicht erklären. Ein wenig Magie darf bei der Physik eben nicht fehlen. 

Am Samstag, 28. Januar, 10.30 bis 12 Uhr, bauen Kinder von zehn bis zwölf Jahren eine "rasende Rolle".

Treffpunkt: Foyer, Schellingstraße 4. Kosten: 12 Euro.

Anmeldung im Internet: www.physik.uni-muenchen.de/didaktik/

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