Spiel mit Robos und Mathematik

- Die TU München hat viele Fans. Das hat der "Tag der offenen TUM" bewiesen, bei dem zum ersten Mal alle 12 Fakultäten in München, auf dem Campus Garching und dem Campus Freising-Weihenstephan gemeinsam ein Programm organisiert hatten. 20 000 Besucher nutzten die Chance zum Blick hinter die akademischen Kulissen. TU-Präsident Wolfgang A. Herrmann: "Ein großer Erfolg. Das machen wir wieder".

<P>Die meisten (15 000) Besucher, unter ihnen viele Familien, sahen sich auf dem Garchinger Hochschulgelände um, gepackt von der Neugier auf den Mathe-Informatik-Neubau und den Forschungsreaktor. Absolute Renner waren die Roboter-Fußballer, das mathematische Spielkabinett und die Parabel, durch die man von zwei Seiten rutscht. Bestaunt wurde auch bei den Informatikern eine Roboter-Hand, der "Vier-Finger-Greifer", der die menschliche Hand imitieren kann.</P><P>Die Fakultät für Maschinenwesen wusste mit Robotern, die sich an den Menschen anpassen, zu beeindrucken, die Physik mit Lichtgeschwindkeitsexperimenten, und im Chemie-Bau strömten die Besucher zur "Magie-Schau".</P><P>Doch zurück zum Fußball. Dicht gedrängt beobachteten die Gäste am neun mal vier Meter breiten Fußballfeld gespannt das Spiel von zwei Roboter-Mannschaften. Trainer der Roboter stellten das Können der kleinen Maschinen vor, ihre Sensoren, Aktoren und die Steuerungssoftware, "die sehr sensibel ist", so Robert Hanek, Trainer der AGILO RoboCuppers der TUM.</P><P>Die AGILO RoboCuppers bestritten vier Freundschaftsspiele gegen die Uni Ulm mit den ULM Sparrows. Dabei reagierten sie auch "emotional". Nach Foulspielen oder in der Halbzeit des zwei mal zehn Minuten langen Spiels musste der eine oder andere Robo von seinem "Physiotherapeuten" wieder fit gemacht werden.</P><P>"Der Roboter-Fußball ist in den letzten Jahren für die autonome Multi-Roboter-Forschung wichtig geworden", erklärte Hanek. So existieren weltweit schon 100 Teams. Es gibt eine Weltmeisterschaft für Roboter-Fußball, bei der die AGILO RoboCuppers dieses Jahr in Japan teil nahmen. </P><P>Die drei Stockwerke hohe "Parabelrutsche", durch die schon Ministerpräsident Edmund Stoiber bei der Eröffnung des Neubaus hinunter rutschte, war nicht nur die Attraktion für Kinder; auch Ältere standen an der Stahlröhre Schlange, um mühelos über über den Köpfen der Besucher ins Erdgeschoss zu sausen. Die Stahlröhre hat eine Spannweite von 45 Metern und liegt schräg im Raum. Bei einem "Promi-Rutschen" traten die Informatik- und Mathe-Professoren geneinander an.</P><P>Wer Lust dazu hatte, ein paar knifflige Rechen- und Knobelaufgaben und Geduldspiele zu lösen, der war in der Schau im mathematischen Spielkabinett genau richtig. Daneben faszinierte die Ausstellung X-Quadrat mit den Themen "Symmetrie (z.B. Kaleidoskop im Raum)", "Womit man rechnen kann (z.B. Planimeter)" und paradoxe Perspektiven des Grafikers Maurits Cornelius Escher. Organisator J. Richter-Gebert vom Lehrstuhl Geometrie und Visualisierung: "Wir planen hier dauernde Wechselausstellungen zu verschiedenen Themen."<BR></P>

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