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Wenn der Vater Fenix (l.) mit dem Sohne...

Action-Hammer im Test

Spiele-Test Gears of War 4: Generationswechsel

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Lange, vielleicht zu lange war es still um eine der absoluten Vorzeigemarken auf der XBox One. Nun ist Gears of War zurück und macht vieles neu. Aber macht es immer noch Spaß?

25 Jahre sind eine lange Zeit. Ganz so lange mussten die Fans dann doch nicht auf das Debut der "Gears of War"-Reihe auf der XBox One warten. Dennoch war es eine gefühlte Ewigkeit, bis endlich wieder die Kettensäge am Lauf der Lancer angeworfen werden konnte. 

Ich gebe zu: Bisher konnte ich mit Gears of War vergleichsweise wenig anfangen. Sicher sind immer noch die allermeisten Titel, die erscheinen, auf ein männliches und junges Publikum zugeschnitten. Aber die Gears-Reihe ging mir in der Vergangenheit allzu deutlich in eine allzu pubertäre Richtung. Riesige Typen, riesige Wummen, riesige Monster, platte Sprüche - das Testosteron troff förmlich aus dem Controller. 

Umso gespannter war ich, als mit "Gears of War 4", dieser Tage für XBox One und PC erschienen, ein doppelter Generationswechsel angekündigt wurde. Einerseits war dabei die Konsolengeneration gemeint, anderseits sollte aber auch der junge J.D. die Hauptrolle von seinem Vater Markus Fenix übernehmen. Zudem saß mit "The Coalition" auch ein komplett neues Entwicklerteam an den Rechnern. 

Byebye, Bromance

Kann das klappen? Und wie! Von der bierernsten Bromance-Testosteron-Stimmung der vergangenen Teile hat man sich weitestgehend verabschiedet. Statt dessen wird ein neues Trio, bestehend aus besagtem J.D., seinem Nerd-Kumpel Del und der toughen Kriegerdame Kait ins Zentrum der Handlung gestellt. Junge Protagonisten, die, immer einen coolen und meist witzigen Spruch auf den Lippen, immer tiefer in den Schlamassel geraten. Zunächst im Einsatz für die Rebellen gegen die zunehmend totalitäre Regierung des fernen Planeten, auf dem die Handlung spielt, stellen sie, nachdem sie sich einige Level vor allem gegen ziemlich dröge Maschinengegner gewehrt haben, fest, dass eine wesentlich größere Bedrohung lauert. Eine Bedrohnung, für deren Bekämpfung sie Hilfe brauchen. Hilfe von den Protagonisten der alten Spiele, die alle eine ziemlich selbstironische Rolle spielen.

Um es klar zu stellen. Dadurch wird das Spielen von "Gears of War 4" deutlich vergnüglicher. Allerdings nur, wenn man wirklich mindestens 18 Jahre alt ist. Die USK-Freigabe kommt - insbesondere im späteren Verlauf des Spiels - nicht von ungefähr. Das Spiel ist brutal. Sehr brutal. Und gehört definitiv nicht in Kinderhände. Erwachsene indes können ihren Spaß haben an dem völlig überzeichneten Gewaltgrad, der dadurch zumindest in Ansätzen ironisch gebrochen wird.

Augenschmaus für Flow-Fans

Die Story selbst, sie ist - nunja, sagen wir mal, es gibt eine. Sie wird nachvollziehbar erzählt, die Dialoge sind durchaus witzig. Sonderlich anspruchsvoll oder übermäßig fesselnd ist sie nicht. Muss sie aber auch nicht sein: Der Star von "Gears of War" war seit jeher die Spielmechanik. Und die ist nach wie vor superb. Es braucht einige Zeit, bis man den Rhythmus zwischen Deckungssuche, Feuerstoß und dem Minispiel beim Nachladen gefunden hat. Spätestens, als mir dies in Fleisch und Blut übergegangen ist, gerät man in einen regelrechten Schnetzel-Flow, der immer wieder durch durchaus fordernde Bosskämpfe unterbrochen wird. Und schnell stellt sich das gewohnte Gefühl ein: Nur noch ein Raum, nur noch ein Akt - warum ist es schon wieder mitten in der Nacht?

Die getestete XBox One-Fassung sah zudem fantastisch aus. Manchmal farbenprächtig, manchmal gruselig-düster, immer knackscharf und butterweich animiert. Sie zeigt, wozu die XBox One im Stande ist. Die PC-Version soll nicht nur vernünftig portiert worden, sondern auch noch ein wenig hübscher sein.

Fazit:

Wer erwachsen ist und mit dem Genre Deckungs-Schnetzel-Shooter etwas anfangen kann, der sollte Gears of War 4 keinesfalls verpassen. Die Tonalität des Neustarts auf der aktuellen Konsolengeneration ist deutlich angenehmer als früher, das Spiel selbst hochgradig unterhaltsam. Hoffentlich dauert es bis zum nächsten Teil nicht wieder so lange. 

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