Sputnik kreist im Schnäppchenparadies

- Noch hat "mouse-2000" mit ihrem Höchstgebot von 18 Euro die Nase vorne: Band 5 der Harry-Potter-Saga wird bereits einen Tag nach dem Verkaufsstart in England bei www.ebay.de heiß gehandelt. Doch wenn "mouse-2000" Pech hat, wird der Preis für das neueste Potter-Abenteuer in den verbleibenden vier Stunden der Auktion noch in die Höhe getrieben werden - und vielleicht höher liegen als im Buchladen um die Ecke . . .

<P>Die Aussicht auf ein Schnäppchen und eine gute Portion Auktionsfieber treiben dem Internet-Auktionshaus www.ebay.de täglich tausende Käufer zu. Denn Ebay ist längst kein virtueller Trödelmarkt mehr, sondern ein digitales Einkaufsparadies, in dem professionelle Händler und Privatpersonen von der nagelneuen Digitalkamera bis hin zum gebrauchten Kinderbett nahezu alles denkbare anbieten. </P><P>Sammler aus<BR>der ganzen Welt</P><P>Während die einst erfolgreiche Internet-Branche eine Insolvenz nach der anderen meldet, zeigt die Erfolgs- und Aktienkurve von Ebay nach oben: Im Geschäftsjahr 2002 erwirtschaftete die Firma einen weltweiten Umsatz von 1,2 Mrd. Dollar bei einem Gewinn von 249 Mio. Dollar. Für 2003 liegt die Umsatzprognose bei 2,05 Mrd. Dollar.</P><P>Angefangen hat die Ebay-Story 1995 in Kalifornien, als die Unternehmensgründer eine Internet-Plattform schufen, auf der sich weltweit Sammler austauschen konnten. Mittlerweile ist Ebay in über 20 Ländern mit Auktionshäusern vertreten.</P><P>Der Erfolg von Ebay liegt sicher in der riesigen Anzahl Mitglieder, denn je mehr Verkäufer Waren anbieten, desto größer wird das Angebot, und je mehr Käufer um ein Produkt steigern, desto höhere Preise werden erzielt. </P><P>Die Funktionsweise von Ebay ist relativ einfach: Nach einer Registrierung und Überprüfung der persönlichen Daten erhält man einen Mitgliedsnamen und kann damit als Käufer oder als Verkäufer auftreten. Ebay verlangt von jedem Verkäufer eine Gebühr, die je nach Höhe des Angebots von 0,25 bis maximal 2,40 Euro variiert. Bei erfolgreichem Verkauf fällt eine Verkaufsprovision bis maximal 15,50 Euro an. Ebay wacht darüber, dass die angebotenen Waren den Richtlinien des Unternehmens und gesetzlichen Vorschriften entsprechen - wer etwa gefälschte Produkte großer Hersteller anbietet, fliegt raus. </P><P>Bewertungen outen<BR>schwarze Schafe</P><P>Die Integrität der Mitglieder wird auch von der Ebay-Gemeinde beurteilt: Bei jeder abgelaufenen Auktion geben Käufer und Verkäufer eine gegenseitige Bewertung ab, die für alle Mitglieder einsehbar ist und "Schwarze Schafe" outen soll. Eine Vielzahl guter Bewertungen ist somit ein Gradmesser für die Seriösität eines Verkäufers. </P><P>Dennoch ist Betrug nicht ausgeschlossen: Erst kürzlich kam es in den USA zu einer Festnahme, weil ein Verkäufer High- end-PC's versteigert, aber nie ausgeliefert und Ebay-Kunden um 450 000 Dollar geschädigt hatte. Allen Unkenrufen zum Trotz sind das aber Ausnahmen.</P><P>Dennoch gilt: Fragen kostet nichts. Wer mit den Beschreibungen eines Angebots nicht zufrieden ist, sollte beim Verkäufer per E-Mail nachhaken. Wird die Nachfrage nicht prompt und detailliert beantwortet, lässt man besser die Finger vom Kauf. <BR>Wer will, kann auch Exotisches ersteigern: Jüngst war ein Sputnik-Satellit aus den 50ern im Angebot - für 30 000 Dollar. <BR></P>

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