Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Telekom wegen 0190er-Dialer

- Bonn - Die Staatsanwaltschaft Bonn hat Vorermittlungen gegen die Deutsche Telekom wegen des Verdachts auf Geldwäsche aufgenommen. Einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins heise.de hat ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Freitag bestätigt.

 Ein Kunde hatte die Telekom angezeigt, da sie für die Nutzung eines 0190-Dialers eines Erotik-Anbieters knapp 50 Euro berechnet und eingezogen hatte. Anzeigen wegen Dialer-Betrugs gingen zwar regelmäßig bei der Staatsanwalt ein, die Geldwäsche-Argumentation sei aber neu, sagte der Justiz-Sprecher.<P>Da er sich im Zivilrecht keinen Erfolg ausgerechnet habe, sei er auf die Argumentation im Rahmen des Strafrechts gekommen, sagte der Kläger, ein Beamter des Bundeswirtschaftsministerium, der dpa. Der auf seinem Computer vorgefundene 0190-Dialer sei unwissentlich von einem seiner minderjährigen Kinder herunter geladen worden und verursache Kosten auf betrügerische Weise. </P><P>Damit bestehe eine Vortat zur Geldwäsche. Die Telekom helfe als Inkasso-Dienstleister dabei, die Beute zu sichern, lautet die Argumentation des Klägers. Der Kläger hatte zuvor vergeblich versucht, von der Telekom die verantwortlichen Dialer-Anbieter zu erfahren.</P><P>Rechtsanwalt und Dialer-Spezialist Jan Weber steht der Begründung skeptisch gegenüber. Zum einen handele es sich um eine Telefonverbindung, zum anderen um eine Vereinbarung über eine Dienstleistung wie erotische Gespräche. "Beide Verträge sind danach zwar sachlich verknüpft, rechtlich aber getrennt", sagte Weber. Darüber hinaus sei die Telekom per Gesetz verpflichtet, die Entgelte für bestimmte Rufnummern zu berechnen und einzuziehen. Daran sei kein Vorwurf eines strafbaren Verhaltens zu knüpfen.</P>

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