Städte werden heißer

- Die Durchschnittstemperatur von Berlin ist in den Sommern der letzten 30 Jahre um 1,2 Grad Celsius gestiegen. Das besagt ein neuer Report der Umweltschutzorganisation World Wide Fund for Nature (WWF). Die Studie zeigt, dass die deutsche Hauptstadt voll im europäischen Trend liegt. In 13 von 16 untersuchten Metropolen Europas stiegen die Temperaturen seit 1970 um ein Grad oder mehr.

Grundlage für die WWF-Analyse war für fünf Städte das langjährige Mittel der Tageshöchsttemperaturen. Für die übrigen elf Städte legte man die Durchschnittstemperaturen von Juni bis September zugrunde. Mit einem Plus von 2,2 Grad verzeichnete Madrid einen besonders starken Anstieg. Kopenhagen und Dublin wurden dagegen von der Hitzewelle verschont. Hier stieg das Quecksilber im Schnitt nur um 0,2 bzw. 0,7 Grad Celsius.

Für den WWF sind die Daten ein weiteres Argument, die Klimaschutzanstrengungen zu verstärken. "Vor allem muss sich die Stromwirtschaft so schnell wie möglich von fossilen Energieträgern, insbesondere von der Kohle verabschieden", fordert Regine Günther vom WWF Deutschland. Aus den Schloten der Kraftwerke ströme derzeit weltweit mehr als ein Drittel der vom Menschen verursachten Kohlendioxid-Treibhausgase. "Steigende Temperaturen bedeuten, dass sich der so genannte Traumsommer zum Albtraum entwickelt", meint Günther.

Die Hitze verursache beispielsweise gravierende Gesundheitsprobleme gerade für ältere Menschen. So habe man während der Hitze im August 2003 im Großraum Köln eine Erhöhung der Sterbefälle um 16 Prozent registriert. Klimaszenarien für verschiedene Regionen in Deutschland gehen davon aus, dass zum Beispiel die Sommer in Bayern noch heißer werden. Die Anzahl der Tage mit Temperaturen über 30 Grad werden sich demnach bis 2050 verdoppeln.

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