Stätten der Geschichte

- Was ist eigentlich eine historische Stätte? Diese an sich in jeder Hinsicht akademische Frage hat durchaus auch einen wichtigen Bezug zur Realität. Historische Stätten, Ruinen, alte und restaurierte Stadtkerne oder auch Industrieanlagen prägen die Heimat und sorgen auch für den Zustrom von interessierten Menschen.

 Die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) ist gerade dabei, die wissenschaftliche Diskussion über historische Stätten weiterzutreiben und die Ergebnisse der akademischen Forschung auch praktisch zu nutzen. Der Historiker Martin Ott erarbeitet zusammen mit dem Stuttgarter Kröner-Verlag eine Neuauflage des Klassikers Historische Stätten in Bayern. <BR><BR> Der 34-jährige Wissenschaftler vom Historischen Seminar hat dazu einen Autorenkreis von 140 Fachleuten aus ganz Bayern versammeln können, die die wichtigsten Orte aller sieben Regierungsbezirke vorstellen.<BR><BR> "Wir gehen streng alphabetisch vor und werden in dem mehr als 1000 Seiten umfassenden Buch 1021 Orte im Freistaat beschreiben. Von Abenberg im mittelfränkischen Landkreis Roth bis Zwiesel im Bayerischen Wald reicht die Liste", spannt der junge Landeshistoriker den Bogen.<BR><BR> Noch 2003 soll das Buch erscheinen, das die ursprüngliche Fassung aus dem Jahr 1960 ersetzen soll. Professor Hans-Michael Körner, der die Gesamtleitung des Projektes verantwortet, sieht den doppelten Wert darin, dass die Erkenntnisse der heutigen landesgeschichtlichen Forschung in einen Reiseführer auf hohem Niveau einfließen.<BR> "Die Artikel der alten Fassung enden meistens um das Jahr 1800. Wir werden in der Neuauflage den Zeithorizont bis zur Gegenwart erweitern", so Körner.<BR><BR> Auch Stätten der Industrialisierung, des Bergbaus, des Nationalsozialismus und weitere wichtige Orte der historischen Topographie tauchten nicht auf. Das wird nun anders. Flossenbürg, Wackersdorf und Garching sind nach dem heutigen Stand der Forschung selbstverständlich historische Stätten in Bayern. "Was sichtbar ist und unser Leben bestimmt, soll auch im Buch vorkommen", fasst Körner das Konzept zusammen. <BR><BR> Um Platz für Neues zu bekommen, mussten allerdings rund 25 Prozent der Orte aus dem alten Band von 1960 herausgenommen werden. Körner: "Wir haben mit den Fachleuten vor Ort zusammengearbeitet, um eine München-Zentrierung zu vermeiden."<BR>

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