Stammzellen können Schlaganfall-Folgen lindern

- Leipzig - Forscher der Universität Leipzig haben einen wichtigen Fortschritt zur Behandlung von Schlaganfall-Symptomen mit Stammzellen aus dem Nabelschnurblut erzielt. In Experimenten mit Ratten seien typische Hirnschädigungen infolge eines Schlaganfalls zurückgegangen. Dies sagte der Direktor des Instituts für Klinische Immunologie und Transfusionsmedizin, Professor Frank Emmrich, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

<P>Den Tieren seien menschliche Stammzellen aus der Nabelschnur ins Blut gespritzt worden. "Es gibt eine nachhaltige Wiederherstellung der ausgefallenen Hirnfunktionen", beschrieb Emmrich das Ergebnis der Studie, die in Kürze in einer Fachzeitschrift veröffentlicht werden soll. Bei einem Teil der Tests sei der Unterschied zwischen einem gesunden und einem therapierten Tier nicht mehr messbar gewesen.</P><P>In der Versuchsreihe wurde Ratten durch den Verschluss der mittleren Hirnarterie ein künstlicher Schlaganfall zugefügt. Acht bis zehn Stunden später bekamen die Stammzellen gespritzt. Schon nach zwei Wochen habe sich bei den therapierten Tieren im Vergleich zu einer unbehandelten Kontrollgruppe ein eindeutig messbarer Rückgang der Schäden gezeigt.</P><P>"Die Stammzellen, die wir den Tieren gespritzt haben, siedeln sich genau in der Randzone um die zentrale geschädigte Hirnregion an", sagte Emmrich. Der Leiter des Projekts, Johannes Boltze, betonte, die Zellen würden "in den Blutkreislauf gegeben und finden dann ganz von selbst an den Bestimmungsort".</P><P>Der Einsatz adulter Stammzellen etwa aus Knochenmark oder Nabelschnurblut ist anders als die Verwendung embryonaler Stammzellen ethisch unstrittig. In einem nächsten Schritt soll die Methode nun an Großtieren - voraussichtlich an Schafen oder Ziegen - erprobt werden. Bei erfolgreichem Verlauf könnten nach Angaben der Forscher in wenigen Jahren erste klinische Tests an Menschen erfolgen.</P>

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