Sterne erzeugen Andromedas blaues Licht

- Lange Zeit galt das blaue Licht in der Mitte unserer Nachbar-Galaxie Andromeda als großes Rätsel in der Astronomie. Jetzt haben Astrophysiker von der Universitäts-Sternwarte der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und des Max-Planck-Instituts für Extraterrestrische Physik in Garching herausgefunden, warum das Zentrum von Andromeda blau leuchtet. "Grund dafür sind etwa 200 Sterne, die sich mit rund 3,6 Millionen Kilometern pro Stunde bewegen", erklärt Professor Ralf Bender, der Leiter des Astrophysiker-Teams an der LMU.

Die Sternenforscher haben Lichtspektren ausgewertet, die das Weltraumteleskop "Hubble" vom Zentrum unserer Nachbargalaxie aufgenommen hatte. "Die Sterne haben sich dort zu einer Scheibe angeordnet und entstanden vor rund 200 Millionen Jahren", sagt Bender. "In der Mitte von Andromeda befindet sich zudem ein Schwarzes Loch, das etwa die Masse von 140 Millionen Sonnen hat. Das konnten wir auch erstmals nachweisen."

Zum Vergleich: Auch in der Mitte unserer Galaxie gibt es ein Schwarzes Loch, das aber nur eine Million Sonnenmassen groß ist.

Wie das Schwarze Loch sich in der Nachbargalaxie gebildet hat, gibt den Forschern noch Rätsel auf: "Normalerweise dürften so nahe an einem Schwarzen Loch keine so jungen Sterne existieren, denn das Gas, das die Sterne formt, bewegt sich um das Schwarze Loch so schnell, dass eine Sternengeburt fast unmöglich erscheint", meint Bender.

Die Zukunft unserer Galaxie ist eng gekoppelt an das Schicksal von Andromeda. "Beide Galaxien bewegen sich mit etwa 115 Kilometer pro Sekunde aufeinander zu", erklärt Bender. "Das bedeutet, dass in vier bis fünf Milliarden Jahren die Milchstraßen unweigerlich miteinander verschmelzen werden."

Dass das Weltraumteleskop "Hubble" in einigen Jahren nicht mehr funktionieren wird, bedauern die Astrophysiker von der LMU.

Die amerikanische Weltraumbehörde Nasa wird die notwendigen Reparaturen an "Hubble" wohl nicht mehr ausführen, denn dazu müsste man Shuttle-Missionen fliegen. Doch noch ist nicht einmal sicher, wann ein Space Shuttle überhaupt wieder ins All starten kann. "Hubble war ein Glücksfall für die Astronomie. Mit dem Teleskop könnten wir noch viele Entdeckungen im Weltraum machen", meint Bender.

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