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Eine Mitarbeiterin der Steuerfahndung Hannover mit ihrer Fahndermarke.

Steuerfahnder leisten Detektivarbeit auch am Computer

Hannover. Es kommt schon mal zu Gewalt in seinem Job. „Aber körperliche Übergriffe sind die absolute Ausnahme“, sagt Helmut Meyerhof, Sachgebietsleiter der Steuerfahndung in Hannover.

Beschimpfungen gehören dagegen zum Alltag für die Finanzbeamten, die mutmaßlichen Steuerhinterziehern auf die Schliche kommen müssen. „Wir melden uns nicht an und wir sind nirgends gern gesehen“, erzählt Meyerhoff in sachlichem Ton.

Die etwa 2600 Steuerfahnder in Deutschland haben alle Hände voll zu tun und bringen Milliarden Mehreinnahmen in die Staatskasse. Mit dem Kauf von CDs mit gestohlenen Steuerdaten rückt auch ihr Berufsstand ins Licht der Öffentlichkeit. Dabei ermitteln Steuerfahnder äußerst diskret und leisten - auch mit Hilfe der Computertechnik - schwierige Detektivarbeit.

„Sie brauchen ruhige Leute, die sich aber auch nicht die Butter vom Brot nehmen lassen“, sagt die Leiterin des Finanzamtes für Fahndung und Strafsachen in Hannover, Silvia Prinz. Bundesweit hatten die Fahnder nach Angaben der Steuergewerkschaft mehr als 31 500 Fälle im Jahr 2008 zu bearbeiten.

In Niedersachsen wurden 2874 Strafverfahren eingeleitet, 136,2 Millionen Euro konnten die rund 250 Fahnder an zusätzlichen Steuern eintreiben. Dazu kamen Geldstrafen und Auflagen von insgesamt mehr als sieben Millionen Euro. Zahlen aus dem Jahr 2009 lagen noch nicht vor.

MutmaßlicheSteuerhinterzieher fliegen meist nach Betriebsprüfungen der Finanzämter auf, nach falschen Angaben in Steuererklärungen oder durch anonyme Anzeigen neidischer Nachbarn.

Die Leiterin des Finanzamtes in Hannover mit rund 75 Steuerfahndern, Prinz, hofft darauf, dass die Bundesländer bei der Auswertung der inzwischen gekauften CD mit Steuerdaten aus der Schweiz mit ins Spiel kommen. Bislang ist laut Finanzministerium noch nicht öffentlich bekannt, aus welchen Regionen in Deutschland die meisten mutmaßlichen Steuerbetrüger kommen. Niedersachsen wird sich voraussichtlich mit rund 120 000 Euro am Kauf der Daten beteiligen.

Bislang sei aber noch kein Geld gezahlt worden, sagt der Sprecher des Finanzministeriums,Jürgen Tostberg. Allerdings haben sich aus Angst vor der Entdeckung bereits viele Steuerbetrüger freiwillig bei den Finanzämtern gemeldet - bundesweit einige tausend. Abgesehen von den Selbstanzeigen müssen die Steuerfahnder notwendige Beweise für die Betrügereien aber oft erst ausfindig machen.

Ähnlich wie bei der Polizei sind in etlichen Fällen verdeckte Vorermittlungen notwendig, bevor sie dann Büros und Privatwohnungen verdächtiger Straftäter durchsuchen. „Das ist in Teilen sehr knifflig“, sagt Meyerhof nach jahrelanger Erfahrung. Dabei kommt es aber auch auf scheinbar banale Dinge an. Die Fahnder überprüften beispielsweise, ob ein Kampfhund auf dem Grundstück sei, schildert Prinz.

Unpassend wäre es auch, ausgerechnet zur Silberhochzeit mit einem Durchsuchungsbeschluss vor der Tür zu stehen. Als ungebetene Gäste wollen die Steuerfahnder den psychischen Druck nicht noch erhöhen. Um den hinterzogenen Geldern auf die Spur zu kommen, setzen die Finanzwirte vor allem auf die Computertechnik. „Durch den Einsatz von EDV wird das Machwerk verfeinert“, erzählt Meyerhoff.

Mit den Tricksereien der Steuerbetrüger kennt er sich bestens aus. Mit Hilfe einer Analyse-Software können sich die Spezialisten im Finanzamt dann durch eine Flut von Daten wühlen, um die Wege der Verschleierung aufzudecken. (dpa)

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