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Stiftung Warentest warnt

Finger weg! So wird auf Amazon mit angeblichen Gratis-Filmen abgezockt

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Berlin - Einen Film, der gerade im Kino läuft, gratis auf Amazon herunterladen? Klingt verlockend. Doch wer zugreift, macht einen großen Fehler, warnt die Stiftung Warentest.

Die Stiftung Warentest warnt aktuell vor Drittanbietern auf Amazon, die kostenlose Streams von aktuellen Kinofilmen versprechen. Wer auf die Angebote eingehe, bekommt nicht den Film gezeigt, sondern tappe in eine Abo-Falle. Zudem gebe er persönliche Daten preis, die möglicherweise missbraucht würden.

Die Stiftung Warentesttestete eines der dubiosen Angebote, indem sie darauf einging. Ein Anbieter namens „Movie Do‘A Mamah“ warb mit einem kostenlosen Stream des Kino-Blockbusters „Fantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“, der im November 2016 in den deutschen Kinos startete.  

Statt des Blockbusters gab es billige PC-Spiele

Doch den Film gab es auch nach der Installation zweier Apps und dem Abschluss eines zunächst kostenlosen Probeabos nicht zu sehen. Stattdessen landeten die Tester auf einer Seite mit „ein paar nicht besonders hochwertigen Computerspielen“, kritisiert die Stiftung Warentest. Zuvor aber mussten die Tester Kreditkartennummer und E-Mail-Adresse angeben - denn das Abo war nur fünf Tage kostenlos, dann wollte der betrügerische Anbieter 28 Euro pro Monat dafür abbuchen. Auch wenn man solch ein Abo sofort wieder kündigt: „Mit dem Verkauf von solchen Nutzer­daten lässt sich durch­aus Geld verdienen – außerdem können sie miss­braucht werden, um auf Kosten des Nutzers einzukaufen“, warnt Stiftung Warentest.

Die Fake-Angebote, die die Stiftung Warentest konkret bemängelt, sind inzwischen auf Amazon nicht mehr zu finden. „Zuvor waren die Seiten der beiden Filme allerdings längere Zeit auffind­bar. Gut möglich, dass in dieser Zeit manche Kunden Opfer der Betrugs­masche wurden“, heißt es. Zudem würden ständig ähnliche Fake-Angebote auf amazon.de auftauchen. Die Stiftung Warentest kritisiert, dass der Online-Händler diese nicht umgehend von der Plattform nimmt und auf entsprechende Anfragen nur mit Allgemein-Phrasen reagierte.

Fake-Streams auf Amazon: Mit diesen Tipps schützen Sie sich

Die Warentester geben folgende Tipps, um nicht auf unseriöse Filmanbieter hereinzufallen:

  •  Auf den Anbieter achten: Handelt es sich nicht um einen etablierten Filmverleih oder eine der bekannten Online-Videotheken wie Netflix, sei es sehr unwahrscheinlich, dass der Anbieter Rechte an einem aktuellen Kinofilm besitzt.
  • Auf den Kinostart achten: Normalerweise liegen zwischen dem Kinostart und der legalen Online-Veröffentlichung mindestens sechs Monate.
  • Bei Gratis-Angeboten misstrauisch werden: Warum sollte jemand etwas anbieten, woran er nichts verdient?
  • Auf Name der App achten: Bevor der Film angeblich angeschaut werden kann, muss man Apps installieren. Ist diese nach einem speziellen Film benannt, ist es laut Stiftung Warentest vermutlich ein unseriöses Angebot.
  • Abos sofort wieder kündigen: Wer auf ein Fake-Angebot hereingefallen ist, soll schleunigst kündigen oder sein 14-tägiges Widerrufsrecht nutzen. Sämtlicher Schriftverkehr mit dem Anbieter soll gespeichert werden, Abbuchungen vom Konto widersprochen werden.

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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