Streit um Gleichstellung von Uni und FH

- Auf geteiltes Echo ist ein Vorschlag der Grünen-Landtagsfraktion gestoßen, die bayerischen Fachhochschulen (FH) rechtlich den Universitäten gleichzustellen. Während die FHs den Anträgen zustimmen, halten Uni-Chefs und das Wissenschaftsministerium gar nichts von dem Vorhaben.

"Längst überholt", nennt die hochschulpolitische Sprecherin der Landtags-Grünen Ulrike Gote "den Dualismus Universität - Fachhochschule". Wachsende Autonomie und Profilierung führten noch mehr zum stärker ausdifferenzierten Hochschulsystem "mit zwei Polen". So stünden sich "berufsfeldorientierte Hochschulen" und "Forschungshochschulen" künftig gegenüber. Damit jede Hochschule sich darin frei aufstellen kann, fordern die Grünen für Unis wie FHs dasselbe Besoldungs- und Berufungsrecht. Auch sollen die FHs das Promotionsrecht erhalten und einen akademischen Mittelbau aufbauen können. Zudem fordert Gote "maximale Durchlässigkeit" zwischen den Hochschultypen: "Wer an einer FH einen Bachelor erworben hat, soll ohne Hindernis an einer Uni weiterstudieren oder promovieren können."

Professor Herbert Eichele, Vorsitzender der Konferenz der bayerischen FH-Chefs, stimmt den Forderungen grundsätzlich zu, wenn auch einige Punkte "zu undifferenziert" seien. So sei das Promotionsrecht nicht selbstverständlich, einzelne FHs könnten es "aber durchaus in Teilbereichen bekommen".

Für das Wissenschaftsministerium kommt dagegen eine Gleichstellung nicht in Frage. FHs und Unis hätten unterschiedliche Bildungsaufträge. Den Erfolg der FHs mache gerade deren "eigenständiges Profil als praxisorientierte Hochschulen" aus. So denkt auch der Sprecher der bayerischen Unis, Professor Walter Schweitzer. Die Forderung nach einem akademischen Mittelbau an FHs sei finanziell "unrealistisch".

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