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Streit um Internet-Benotung von Professoren

- Die öffentliche Bewertung von Professoren und Lehrveranstaltungen im Internet hat an der Münchner Fachhochschule einen Streit ent facht. Rund 30 FH-Professoren wollen auf der Internet-Plattform www.meinprof.de keine Kommentare mehr über ihre Vorlesungen und Seminare lesen. Die Studenten sehen sich nun in ihrem Recht beschnitten, die Qualität der Lehre zu beurteilen. Auf der von Studenten der TU Berlin betriebenen Webseite können Hochschüler aus dem ganzen Bundesgebiet ihre Dozenten benoten und Kommentare zu Lehrveranstaltungen abgeben.

Die öffentliche Kritik schmeckt offenbar nicht allen. In einem Standard-Schreiben haben mehrere Professoren der Münchner FH meinprof.de aufgefordert, die betreffende Einträge von der Homepage zu entfernen. "Einige haben uns auch mit dem Anwalt gedroht", berichtet Jonathan Weiß von meinprof.de.

Entworfen wurde das Schreiben von Juristen der Münchner Fachhochschule. "Wir haben Kollegen, die sich in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt sehen, diesen Musterbrief zur Verfügung gestellt", erklärt FH-Sprecherin Christina Kaufmann. Grundsätzlich lehne die FH die Internet-Evaluierung aber nicht ab, betont sie. "Dass die Studenten die Qualität der Lehre beurteilen wollen, ist ein Thema, das man diskutieren muss."

Die hochschulinterne Evaluierung ist im Bayerischen Hochschulgesetz verankert - und wird an der FH auch durchgeführt, wie Kaufmann versichert. "Die Studenten geben ihre Meinung Mitte des Semesters ab, damit der Professor auch noch darauf reagieren kann." Das Ergebnis der Bewertung erfahren aber neben dem betroffenen Professor nur der Studiendekan und Dekan des Fachbereichs, nicht die Öffentlichkeit - so sieht es das Hochschulgesetz vor.

Vielen ist das zu wenig. Nur eine öffentlich zugängliche Bewertung habe auch Konsequenzen, gibt ein Student zu bedenken. Auch Andreas Kühnbach, Vorsitzender des studentischen Konvents an der FH, plädiert dafür, Evaluierungs-Ergebnisse offen zu legen. "Nur so können wir vergleichen."

Die Betreiber von meinprof.de halten ihr Portal für rechtlich unbedenklich. Die Bewertung durch den Berliner Datenschutz-Beauftragten steht indes noch aus. Um einer Klagewelle vorzubeugen, haben die Studenten deshalb nicht nur den Briefen der 30 FH-Professoren stattgegeben, sondern vorerst die gesamte Münchner FH aus der Wertung genommen.

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