Streit um Patente auf das SARS-Virus

- Das SARS-Virus ist zwar identifiziert (Weltgesundheitsorganisation WHO hat jedenfalls ein neues Virus aus der Corona-Familie zum Erreger erklärt), aber noch weiß man wenig von ihm. Gerade wurde bei Experimenten festgestellt, dass es wesentlich stabiler ist, als bisher angenommen. Und auch, dass es mit Hitze und Desinfektionsmitteln zerstört werden kann. Ein Medikament ist aber ebensowenig in Sicht wie ein Impfstoff.

<P> Doch gerade deshalb streiten sich Wissenschaftler und kommerziell Interessierte um die Patentrechte. Seit Wochen werden Ansprüche auf das Virus oder Teile seines genetischen Materials erhoben - Anlass genug, das gesamte Patentrecht auf so genanntes "Lebendmaterial" in Frage zu stellen.</P><P><BR>Die US-Behörde zur Kontrolle und Vorbeugung von Krankheiten (CDC) hat gleichzeitig die Patentierung des kompletten SARS-Virus und seiner gesamten genetischen Einzelteile beantragt. CDC-Sprecher Llelwyn Grant behauptet, es gehe dabei nicht um Profitabsichten, vielmehr solle eine Monopolisierung verhindert werden, damit Wissenschaft und Industrie grundsätzlich Zugang zu Informationen über das Virus sowie zu Forschungsgrundlagen haben.</P><P><BR>Dass es kommerzielle Interessen an dem Virus gibt, steht außer Frage. Je weiter sich das Schwere Akute Atemwegssyndrom (SARS) ausbreitet, desto härter wird die Konkurrenz um die Patente.<BR>Amit Kumar, Chef der Firma Combimatrix in Mukilteo im US-Staat Washington, lässt an seiner Sicht keinen Zweifel: "Wenn wir keinen Patentschutz bekommen, werden wir auch nicht in die Forschung investieren." </P><P><BR>Combimatrix hat das Patent auf die Schlüsselkomponenten zweier SARS-Gene beantragt, die für die Ausbreitung des Virus im Organismus verantwortlich sein sollen. Das biotechnologische Unternehmen will ein Medikament entwickeln, das diesen Reproduktionsprozess stoppt. Ein Patentantrag wurde auch in Hongkong gestellt - von einem Mikrobiologen an der Universität Hongkong.</P><P><BR>Bei der WHO hat sich noch kein Patent-Interessent gemeldet. Sie selbst ist nicht interessiert, so WHO-Sprecher Dick Thompson. Sichergestellt werden müsse nur die internationale Zusammenarbeit bei der Erforschung und Bekämpfung von SARS.</P><P><BR>Die Krebsforschungsstelle der kanadischen Provinz British Columbia hat auch einen Patentantrag gestellt: um Infos für jeden zu sichern. Damit verbundene Einnahmen wären aber ein angenehmer Nebeneffekt. In den meisten Ländern sind Gen-Patente schon Alltag. Doch auf das Erbgut des Menschen kann (noch) keiner Anpruch erheben. </P>

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