Neuer Fall wurde bekannt

Streit zwischen Apple und dem FBI geht weiter

Boston - Der Streit zwischen Apple und dem FBI geht weiter: Der Druck der US-Regierung auf Apple ist noch stärker als bisher bekannt. Bürgerrechtler brachten nun ein weiteres Gerichtsverfahren ans Licht.

Im Bundesstaat Massachusetts wies eine Richterin den Konzern an, den Ermittlern beim Entsperren des iPhones eines mutmaßlichen Drogendealers zu helfen, wie aus am Wochenende veröffentlichten Gerichtsunterlagen hervorgeht.

Allerdings setzt die Anordnung weniger weitreichend als in einem ähnlichen Fall in Kalifornien, der zuletzt für viele Schlagzeilen sorgte. So schränkt die Richterin in Massachusetts ein, der Konzern solle die Daten aus dem Telefon nur soweit es technisch möglich ist zur Verfügung stellen - und müsse Ermittlern keinen Zugang zu verschlüsselten Informationen ermöglichen.

Zugleich stützt sich die Regierungsseite auch hier als rechtliche Grundlage für ihre Forderungen auf ein Gesetz aus dem Jahr 1789, das Richtern grundsätzlich erlaubt, alle nötigen Maßnahmen anzuordnen. Apple wehrt sich vehement gegen diesen sogenannten „All Writs Act“ als Basis für den Zugang zu iPhone-Daten und warnt vor einem Präzedenzfall für spätere Überwachungsmaßnahmen.

In einem Fall in New York teilte ein Richter die Bedenken und wies die Forderungen der Regierungsseite auf Grundlage des Gesetzes ab. In Kalifornien wurde Apple aber ebenfalls auf Basis des „All Writs Acts“ angewiesen, dem FBI zu helfen, und wehrte sich. Am Ende kamen die Ermittler dank Unterstützung durch einen externen Dienstleister auch ohne Hilfe von Apple doch noch an die Daten auf dem iPhone.

Akten zum Verfahren waren unter Verschluss

Nach Einschätzung von Experten könnte das die Chancen der Regierung auf weitere richterliche Anordnungen verschlechtern: FBI und Justizministerium hatten in dem kalifornischen Verfahren zunächst betont, Apple zur Kooperation zu zwingen, sei der einzige Weg, um an die Daten heranzukommen.

FBI-Chef James Comey sagte jüngst, die für das iPhone 5c in Kalifornien eingekaufte technische Lösung funktioniere nicht auf den neueren Modellen der 6er-Serie und auch nicht auf einem iPhone 5s. Apple erklärt, auch der Konzern selbst könne verschlüsselte Daten nicht einsehen und daher auch nicht an die Behörden herausrücken. Bei den Ermittlern liegen laut Gerichtsunterlagen Dutzende iPhones, an deren Inhalt sie nicht herankommen.

In Massachusetts fiel die Anordnung bereits am 1. Februar - doch die Akten zu dem Verfahren waren unter Verschluss und wurden erst jetzt auf Antrag der Bürgerrechts-Organisation ACLU öffentlichgemacht.

Am Freitag bekräftigte die Regierungsseite in dem New Yorker Verfahren die Forderung, Apple müsse dazu gezwungen werden, Ermittlern beim Entsperren des Telefons eines Verdächtigen zu helfen. Die Behörden wollen die erste Entscheidung des Richters zugunsten von Apple daher kippen.

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Neues Surface Pro mit 13 Stunden Akkulaufzeit
Microsoft hat mit dem "Surface Pro" eine runderneuerte Version seines wandlungsfähigen Tablets vorgestellt. Das lautlose Modell soll mit einer Laufzeit von 13,5 Stunden …
Neues Surface Pro mit 13 Stunden Akkulaufzeit
Whatsapp-Warnung vor "Tobias Mathis" - Virus?
Whatsapp-Nutzer werden derzeit vor dem Kontakt mit einem Tobias Mathis gewarnt. Das Ganze ist ein Kettenbrief, der in ähnlicher Form schon seit langem seine Runde dreht. …
Whatsapp-Warnung vor "Tobias Mathis" - Virus?
Chaos Computer Club hackt Iris-Scanner des Samsung Galaxy S8
Das Smartphone mit dem eigenen Iris-Muster zu entsperren, soll Daten vor fremdem Zugriff schützen. Dieses Sicherheitsversprechen ist offenbar etwas hochgegriffen. …
Chaos Computer Club hackt Iris-Scanner des Samsung Galaxy S8
Darum feiern Computer-Experten diese Go-Partie 
Wuhan - Im Schach sind Computer mittlerweile kaum mehr zu schlagen. Beim japanischen Brettspiel Go hatte 3000 Jahre lang der Mensch die Nase vorn - bis jetzt.
Darum feiern Computer-Experten diese Go-Partie 

Kommentare