Studenten haben wenig Lust zur Wahl

- Petra Kleiner macht sich wenig Hoffnung. Auch wenn das Thema Studiengebühren aktueller ist denn je, auch wenn einige Studentenvertreter zu Semesterbeginn einen "heißen Protestsommer" angekündigt hatten, erwartet die stellvertretende Vorsitzende des Fachschaftenrates an der Technischen Universität München (TUM) bei den Hochschulwahlen heute und morgen nur eine geringe Beteiligung.

Zwischen zehn Prozent bei den Medizinern und 32 Prozent an der Mathematik-Fakultät lag die Wahlbeteiligung im letzten Jahr. "Eine höhere Wahlbeteiligung wäre sehr wichtig", betont Kleiner, die im sechsten Semester Molekulare Biotechnologie studiert. "Schließlich wollen wir ja das Sprachrohr der Studenten sein."Wahlwerbung hätten sowohl Fachschaftenrat als auch die einzelnen Fachschaften durchaus gemacht, beteuert Kleiner. Gleichwohl: Auf der Internetseite des Fachschaftenrates suchte man noch am Tag vor der Wahl vergeblich nach einem Hinweis. Und auch die Homepages mancher Fachschaften wiesen zumindest nicht an prominenter Stelle auf die Abstimmung hin.Gewählt werden an der TUM unter anderem die studentischen Vertreter in den Fachbereichsräten und die Fachschaftsvertretungen. Wählbar ist an den meisten Fakultäten nur die Liste "Litfas", unter der sich die Fachschaften zusammengeschlossen haben. Nur bei Physik und BWL stehen Kandidaten des Rings Christlich-Demokratischer Studenten zur Wahl. Und um die zwei studentischen Sitze im Senat konkurrieren je drei Vertreter von "Litfas" und RCDS.Womöglich, so mutmaßt Kleiner, gibt es für die mangelnde Wahlbegeisterung ihrer Kommilitonen ganz unpolitische Gründe: "Viele sind zum Semesterende im Prüfungsstress."Traditionell niedrig ist die Wahlbeteiligung auch an der Ludwig-Maximilians-Universität, wo die Studierenden letzte Woche aufgerufen waren, ihre Vertreter zu wählen. Dort war die Auswahl größer: Neben der Liste AStA und Fachschaften und dem RCDS standen die Juso- und die Liberale Hochschulgruppe zur Wahl. Letztes Jahr konnte mit 25,31 Prozent die Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik die höchste Wahlbeteiligung verbuchen.

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