Studenten stürmen die Stabi

- Ferienbaustelle Staatsbibliothek: Deutschlands größter wissenschaftlicher Bücherhort wird derzeit umgestaltet - die "Stabi" soll benutzerfreundlicher werden. Davon werden vor allem die Studenten profitieren, die Hauptnutzer der Bibliothek. Bei der Restaurierung werden auch die historischen Wandmedaillons mit berühmten Denkern wieder eingefügt, die bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg die Bibliothek schmückten. Für sie werden Sponsoren gesucht.

Einen regelrechten Boom erlebt die Stabi, die 8,7 Millionen Bücher und Zeitschriften vorhält. Die Benutzerzahlen erreichen Rekordhöhe. Mehr als anderthalb Millionen Bücher - 30 Prozent mehr als in den Vorjahren - fanden 2004 interessierte Leser. Und darunter sind vor allem Studenten: "Die überwiegende Zahl der 50 000 Bibliotheksausweise sind mittlerweile in den Taschen von Studierenden", wie Wilhelm Hilpert, der Leiter der Benutzungsabteilung, feststellt. Die Leser kommen nicht nur von der LMU und der TUM, sondern auch von den Fachhochschulen. Nun aber stößt die Bibliothek an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit.

Um rund 50 Prozent auf 720 000 Benutzer jährlich ist allein die Zahl derjenigen gestiegen, die in den Lesesälen der renommierten Institution an der Münchner Ludwigstraße wissenschaftlich arbeiten. An den Informationstheken bildeten sich zuletzt immer längere Schlangen. "Die Bibliothek muss ihre Kapazität ausbauen, um ihrem Auftrag weiter uneingeschränkt nachkommen zu können, dass Benutzer in angemessener Zeit das gewünschte wissenschaftliche Werk erhalten", formuliert Hilpert seine Absichten.

Also wird umgebaut und zugleich restauriert. Vor allem wird das Bibliotheksdepot erheblich erweitert: Rund 25 Millionen Euro investierte der Freistaat in ein zweites Büchermagazin auf dem Garchinger Forschungsgelände, das das schon bestehende Lager ergänzen wird. In beiden Garchinger Depots soll ab November mehr als die Hälfte des Bestandes gelagert und bei Bedarf zügig in die Ludwigstraße geliefert werden.

Umbaukosten in Höhe von 200 000 Euro

Die Kosten der für die Bibliotheksbenutzer sichtbaren Änderungen im Gebäude an der Ludwigstraße belaufen sich nur auf rund 200 000 Euro. Doch sie werden, da ist sich Hilpert sicher, Benutzern das Leben leichter machen. "Direkt beim Eingang entsteht eine zentrale Info-Theke. Nebenan und damit ebenfalls leicht zugänglich werden die Schalter für Ausleihe, Rückgabe und Zulassung gebaut", erklärt Hilpert.

Auch der Allgemeine Lesesaal erfährt Veränderungen. Der Zugang wird benutzerfreundlicher und "es gelang uns, die Zahl der Arbeitsplätze auf 537 zu erhöhen", so Hilpert, der hofft, zum Beginn des Wintersemesters am 15. Oktober mit den wichtigsten Arbeiten fertig zu sein.

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