Studentenbuden als Schalldämpfer

- Das Münchner Studentenwerk wird im Herbst an der Autobahn A 96 auf einer bis jetzt landwirtschaftlich genutzten Fläche in Großhadern eine neue Wohnanlage bauen. 530 Wohneinheiten sollen dort ab dem Wintersemester 2006 bezugsfertig sein. Einziger Haken des Baugrundstücks: der Autobahnlärm. Deshalb wird die Wohnanlage gegen den Schall mit dicken Mauern abgeschirmt. "Zur Zeit fehlen in München noch etwa 3000 Wohneinheiten für die Studierenden", erklärt Dieter Maßberg, der Geschäftsführer des Münchner Studentenwerks. "Mit dem neuen Bauprojekt in Großhadern, am Stiftsbogen, wird sich hoffentlich die Wohnungssituation entspannen."

<P>Als ersten Schritt hat das Studentenwerk in einem selbst initiierten Architekturwettbewerb für die geplante Anlage in Großhadern die Sieger gewählt. Das Hamburger Architekturbüro Ingrid Spengler und Fredo Wiescholek haben den überzeugensten Entwurf für die neue Wohnanlage präsentiert und dürfen ihre Pläne nun in die Realität umsetzen.<BR><BR>Ein Campus soll die Kommunikation fördern<BR> <BR>Herzstück und Voraussetzung, dass überhaupt auf dem staatseigenen Grundstück gebaut werden darf, ist eine gute Schallisolierung, die im nördlich gelegenen Studenten-Wohnblock integriert sein wird und den Lärm der in der Nähe gelegenen Autobahn A 96 abhalten soll. Denn südlich der Studentenbuden soll noch eine private Wohnanlage entstehen.<BR><BR>Der Entwurf des Architekturbüros Spengler und Wiescholek ist vielversprechend. Eine in sich geschlossene Anlage, die architektonisch zweigeteilt sein wird, wird eine Kindertagesstätte, einen großen Mehrzweckraum und große öffentliche Grünflächen beinhalten. <BR><BR>Der nördliche Teil, nahe der Autobahn, wird ein langgezogenes zusammenhängendes Gebäude sein, in dem sich jeweils vier Studenten mit Einzelzimmern über zwei Stockwerke verteilt, eine Wohnküche teilen.<BR><BR>"Mit diesem Konzept wollen wir den Bewohnern eine barrierefreie Kommunikation ermöglichen", erklärt die Architektin Ingrid Spengler. "Trotzdem kann sich jeder ohne Problem schnell in seine eigenen vier Wände zurückziehen", ergänzt Fredo Wiescholek. Jedem Studenten stehen so mit der Gemeinschaftsküche 25 Quadratmeter zur Verfügung. <BR><BR>Der südliche Teil besteht aus zehn einzelnen flachen Gebäuden, die nur zweigeschossig sein werden, die teilweise aber auch über Balkone verfügen werden. Zwischen den beiden Wohnblöcken stellen sich die Architekten einen Art Campus wie an einer Universität vor.<BR><BR>Schon 1990 hat Maßberg Begehrlichkeiten an dem staatlichen Grundstück am Stiftsbogen angemeldet. Maßberg beziffert die voraussichtlichen Baukosten für die neue Wohnanlage auf 28 Millionen Euro. "Der Mietpreis wird dann für jede Einheit knapp 300 Euro inklusive der Kosten für Wasser, Heizung und Müllabfuhr sein", schätzt Maßberg. </P><P><BR> </P>

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