Studentenleben in der Stettenkaserne

- Die Wände von Zimmer 26 im Studentenwohnheim an der Schwere-Reiter-Straße sind weiß und kahl. Hamdi Rekik hat schon versucht, Bilder aufzuhängen. "Aber die Mauern sind zu hart", sagt der Elektrotechnik-Student und zeigt eine Handvoll verbogener Nägel.

Stattdessen flimmern nun Fotos als Bildschirmschoner über seinen Laptop. Seit einem Semester wohnt der 22-jährige Tunesier in dem frisch sanierten Wohnheim auf dem Gelände der ehemaligen Stettenkaserne.

Nur das Internet funktioniert noch nicht

Alle Gebäude auf dem Grundstück sollen abgerissen werden. Nur Haus 40 wird stehen bleiben. Das Studentenwerk hat das Gemäuer gekauft. Jetzt wohnen hier 239 Studenten.

Der siebenstöckige Flachbau ist dunkelgrau verkleidet, vor jedem Fenster ist ein verschiebbarer Sonnenschutz aus rotem Metall. Der Weg zu Hamdi Rekiks Zimmer führt über einen fensterlosen Flur. Bewegungsmelder schalten automatisch das Neonlicht ein.

Hamdis Zimmer in der Zweier-WG mit einem Marokkaner ist mit schlichten Möbeln in Grau ausgestattet. Ein Schreibtisch, ein Bett, ein Schrank. Von drei Fotos auf der Fensterbank lächelt die Freundin aus Tunesien.

Ein bisschen klein sei das Zimmer, sagt Rekik. Aber gemütlich. Störend empfindet er da nur, dass nach einem halben Jahr die Internetanschlüsse noch nicht eingerichtet sind. Und auch, dass die ungenutzten Räume im Keller wegen des Brandschutzes nicht als Partyraum genutzt werden dürfen.

Gefeiert wird deshalb in der Gemeinschaftsküche, die es auf jeder Etage gibt. Dort will Rekik bald auch einen tunesischen Abend veranstalten. Leblebi will er dann kochen, einen Eintopf aus Kichererbsen, altem Brot, Ei, Tunfisch und Gewürzen. "Die Zutaten habe ich alle da", sagt Rekik und zieht aus dem Bettkasten eine Dose Kichererbsen hervor.

Als Wohnheim-Tutor bietet er regelmäßig Programme für seine Mitbewohner an. Deren Interesse sei aber oft gering, bedauert er. "Es gibt viel zu wenig Engagement." Nur der Hallenfußball-Treff ist ein Renner. "Die Mannschaft wird immer größer."

Rekik hofft, dass im Sommer das Gemeinschaftsleben aufblüht. Da sollen vor dem Wohnheim Grillabende stattfinden. Vielleicht könnte ja die hausinterne Kommunikation via E-Mail die Beteiligung an den Tutorenprogrammen erhöhen, mutmaßt Rekik. Dazu muss nur noch endlich die Internetverbindung funktionieren.

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