Studie: In Deutschland wird es deutlich heißer

Umweltbundesamt: - Dessau/Potsdam - In Deutschland wird es bis zum Ende des Jahrhunderts deutlich wärmer, und die Menschen in den Mittelgebirgen müssen sich im Winter auf mehr Regen und Schnee einstellen. Das hat eine neue Klimastudie im Auftrag des Umweltbundesamts (UBA) ergeben.

Der Studie zufolge werden die Temperaturen in den letzten drei Jahrzehnten dieses Jahrhunderts um 1,8 bis 2,3 Grad Celsius höher liegen als in den Jahren 1961 bis 1990, wie das UBA am Montag in Dessau berichtete. Damit sagt die neue Untersuchung einen etwas geringeren Anstieg der Temperatur vorher als eine im vergangenen Jahr veröffentlichte Analyse des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg. Dessen Regionalmodell (Remo) geht für Deutschland - je nach Szenario - von einem Anstieg um bis zu vier Grad aus.

Die am Montag vom UBA präsentierte Studie der Potsdamer Climate & Environment Consulting Potsdam GmbH stützt sich auf die Messreihen von insgesamt 282 Klima- und 1695 Niederschlagstationen in Deutschland. Nur für diese Orte liefert das Modell auch Prognosen. Die Messdaten wurden mit einer bereits vorliegenden, weltweiten Klimasimulation des Hamburger Max-Planck-Instituts kombiniert. Aus den Messdaten vergangener Wetterlagen und der von der Simulation vorausgesagten künftigen Häufigkeit solcher Wetterlagen ergibt sich die neue, vornehmlich auf der Statistik gründende regionale Prognose (Wettreg).

Wärmer wird es demnach in den Tälern von Rhein und Mosel sowie im Raum Köln bis zum südwestlichen Niedersachsen. Auch Teile Brandenburgs, Sachsen-Anhalts und Niedersachsens müssen sich auf höhere Temperaturen einstellen. Eine vergleichsweise geringe Erwärmung gibt es hingegen an der Nord- und Ostseeküste, in den zentralen Mittelgebirgen und im Osten Bayerns.

Für den Sommer sagt Wettreg bis 2100 rund 20 Prozent weniger Regen voraus. Der stärkste Rückgang ist dabei im Nordosten Deutschlands erkennbar: In Mecklenburg-Vorpommern wird es demnach im Sommer bis zu 40 Prozent weniger regnen. Im Winter sind höhere Niederschläge laut Wettreg etwa auf den Nordseiten von Harz, Rheinischem Schiefergebirge, Thüringer Wald, Erzgebirge, Spessart, Odenwald und der Schwäbischen Alb zu erwarten. Ähnliche Trends hatte auch die echte regionale Klimasimulation Remo bereits gezeigt.

Laut Remo muss Deutschland sich bereits zur Mitte des Jahrhunderts auf die Zunahme extremer Wetterereignisse wie starker Sommergewitter oder längerer Trockenperioden einstellen. Diese Prognose sagt doppelt so viele ein- und zweiwöchige Niedrigwässer am Rhein voraus. Auch lange Hitzeperioden - etwa wie im Jahr 2003 - werden demnach künftig wahrscheinlicher. Der Analyse zu Folge wird es von etwa 2020 oder 2030 an im Winter im Durchschnitt rund 10 nasse Tage mehr geben. Remo stützt sich auf eine engmaschige Nachbildung des Klimas im Computer, der auf Basis der Entwicklung seit etwa 1860 die künftigen Trends vorausberechnet.

www.umweltbundesamt.de

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