Studie: Einmal schüchtern, immer schüchtern

- Washington - Schüchternheit ist eine Eigenart, die sich nach Erkenntnissen von US-Psychologen durchs Leben zieht. Menschen, die schon als Zweijährige eher zurückhaltend reagieren, tasteten sich in einer Studie auch als Erwachsene noch vorsichtiger an neue Situationen heran. Der Ausschlag für die unterschiedlichen Temperamente ist nach Meinung der Forscher vor allem in der Aktivität der Amygdala begründet. Diese mandelförmige Hirnstruktur wird mit Gefühlen und Abenteuerlust in Verbindung gebracht.

<P>Bei schüchternen Menschen ist die Amygdala deutlich aktiver als bei Abenteurern, fand das US-Team bei Aufnahmen mit der funktionalen Kernspintomographie (fMRI). Die Ergebnisse stellen Carl Schwartz von der Harvard Universität (Boston) und Kollegen im Wissenschaftsjournal "Science" (Bd. 300, S. 1952) vom Freitag vor. "Wir haben entdeckt, dass individuelle Unterschiede im Temperament mit anhaltenden Unterschieden in der Amygdala-Aktivität einhergehen", sagt Schwartz. Daran hätten auch 20 Jahre unterschiedlicher Lebenserfahrung nichts geändert.</P><P>Das Team hatte bereits vor knapp 20 Jahren eine Gruppe von Kindern im Alter von etwa zwei Jahren ausgewählt, die sie als "gehemmt" oder als "nicht gehemmt" kategorisierten. Ihr Verhalten wurde wieder begutachtet, als sie ein Alter von etwa 13 Jahren erreicht hatten. Jetzt untersuchten die US-Forscher die inzwischen über 20-Jährigen im Kernspintomographen, während sie ihnen Fotos von bekannten und unbekannten Gesichtern vor Augen führten.</P><P>Dabei zeigte sich, dass jene Teilnehmer, die schon früher als "gehemmt" eingestuft worden waren, weiterhin stärker auf neue Gesichter reagierten - durch erhöhte Aktivität in der Amygdala.</P>

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