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Facebook hat der Politik als moralische Instanz den Rang abgelaufen.

Studie vorgestellt

Facebook wichtiger als Politik

Sankt Augustin - Facebook hat der Politik als moralische Instanz den Rang abgelaufen. Das soziale Netzwerk erzielt jedoch ebenso wie Wirtschaft und Kirche nur geringe Zustimmungswerte unter den Deutschen.

Das ergab eine am Montag in Sankt Augustin veröffentlichte Trendstudie zur Moral des „Deutschen Instituts für Gütesicherung und Kennzeichnung“ (RAL).

Während 10 Prozent der Befragten der Kirche zugestehen, Werte wie Moral und Anstand zu vermitteln, sehen jeweils 9 Prozent Facebook und die Wirtschaft in dieser Rolle. 6 Prozent vertrauen auf die Politik. Praktisch gebe es damit heute keine von einer großen Mehrheit anerkannten moralischen Instanzen mehr, hieß es. Die Studie basiert auf einer repräsentativen Online-Befragung von rund 1.050 Verbrauchern sowie einer weiteren, nicht repräsentativen Unternehmer-Befragung im Internet.

Gleichwohl herrscht laut RAL in der Bevölkerung ein Konsens über jene Werte, welche Moral ausmachten. Demnach zählen vor allem Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Rücksichtnahme und Anständigkeit. Im Geschäftsleben sei für 80 Prozent der Verbraucher und für 88 Prozent der Unternehmer wichtig, dass Anerkennung und Wertschätzung auch im Kleinen eine Rolle spielt.

Bereits Ende Dezember hatte RAL ein Teilergebnis der Studie veröffentlicht. Gefragt nach dem Moralaufreger des Jahres 2013, hatten 31 Prozent den Abhörskandal der NSA genannt. Auf Platz zwei folgt mit 23 Prozent die Affäre um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Die Hoeneß-Steueraffäre erzielte mit 13 Prozent den dritten Platz, gefolgt von der Euro-Krise, dem Pferdefleischskandal und dem Rauchverbot.

Die RAL ist die Dachorganisation von Einrichtungen, die Gütesiegel und Kennzeichnungen im Produkt- und Dienstleistungsbereich vergeben. Nach den Angaben gibt es derzeit mehr als 160 RAL-Gütezeichen. Die erste Moral-Trendstudie hatte das Institut 2011 veröffentlicht.

kna

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