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Online-Shopping wird immer beliebter. Auch Lebensmittel werden häufiger im Internet bestellt. Foto: Oliver Berg

Studie: Fast alle Internet-Nutzer kaufen online ein

Einkaufen im Internet ist in Deutschland zum Alltag geworden. Selbst Lebensmittel erobern sich online einen immer größeren Marktanteil. Auf Kosten des stationären Handels muss die Entwicklung aber nicht gehen, zeigt eine Studie des Bitkom.

Berlin (dpa) - In Deutschland kauft heute fast jeder Internet-Nutzer auch im Netz ein, 77 Prozent von ihnen mehrmals im Monat. Deutlich zugelegt habe dabei der Anteil der älteren Nutzer ab 65 Jahren, geht aus einer repräsentativen Studie hervor, die der IT-Branchenverband Bitkom in Auftrag gab.

Sogar Lebensmittel - und das ist eine der letzten großen Bastionen des stationären Handels - kaufen inzwischen 28 Prozent der Internet-Nutzer online ein. Im Jahr 2012 waren es noch 10 Prozent. Den größten Anteil machen dabei zwar haltbare Lebensmittel wie Nudeln aus (87 Prozent), doch 31 Prozent der Befragten lassen sich inzwischen auch frische Produkte wie Gemüse und Milchprodukte liefern.

Während im vergangenen Jahr noch 88 Prozent der Internet-Nutzer im Alter ab 65 Jahren online einkauften, waren es in diesem Jahr bereits 97 Prozent. "Die zunehmende Häufigkeit beim Online-Shopping zeigt, dass die Nutzer mit dem Einkaufserlebnis zufrieden sind", sagte Achim Berg, Vizepräsident des Bitkom. Insgesamt stieg der Anteil der Online-Shopper unter allen Internet-Nutzern in Deutschland binnen eines Jahres von 94 auf 98 Prozent.

Zu den Vorteilen des Online-Einkaufs zählen die Nutzer demnach vor allem die Unabhängigkeit von Ladenöffnungszeiten (71 Prozent), die häufig günstigeren Preise (59 Prozent), ein größeres Angebot (56 Prozent) und die Möglichkeit, sich die Ware liefern zu lassen (37 Prozent). Am stationären Handel schätzen die Kunden dagegen vor allem, dass sie die Produkte auch anfassen können (75 Prozent), dass sie sie gleich mitnehmen können (74 Prozent), den Wegfall von Versandkosten (45 Prozent) und die persönliche Beratung (42 Prozent der Befragten).

Dass der Online-Handel auf Kosten des stationären Handels geht, bestätigt die Studie dagegen nicht. 80 Prozent der Internet-Nutzer informieren sich zwar selten, manchmal oder regelmäßig im Geschäft und kaufen anschließend online. Umgekehrt machen es allerdings jedoch 89 Prozent der Befragten. "Bei den Kunden hat längst ein Denken und Konsumieren über die Einkaufskanäle hinweg eingesetzt", sagte Berg. "Die Chance des Handels besteht darin, diesen neuen Ansprüchen der Verbraucher mit innovativen Lösungen gerecht zu werden." Ziel müsse es sein, den Kunden möglichst überall abzuholen.

Großes Potenzial hätten etwa sogenannte Cross-Channel-Angebote. Immerhin könnten sich 46 Prozent der Befragten vorstellen, online Produkte auszusuchen und sie anschließend im stationären Handel abzuholen ("click&collect"). An der Lieferung am selben Tag durch einen lokalen Händler nach einem Online-Kauf ("Same day delivery") wären 58 Prozent der Befragten interessiert. Darüber hinaus wünschten sich ebenfalls 58 Prozent der Befragten digitale Serviceangebote im stationären Handel, etwa durch zusätzliche Informationen über das Smartphone.

Keine andere Lebensmittel-Warengruppe ist online so selten zu bekommen wie Tiefkühlkost: Nur jeder zehnte Anbieter (10 Prozent) von Lebensmitteln im Netz hat auch Gefrostetes von der Pizza bis hin zu Fischstäbchen im Angebot, wie aus einer Studie des EHI Retail Institutes hervorgeht. Relativ schwer kommen Verbraucher übers Internet auch an frischen Fisch, den nur 14 Prozent der Online-Händler verkaufen.

Schon etwas häufiger werden Obst und Gemüse online feilgeboten (21 Prozent), ebenso wie frische Milchprodukte (23 Prozent) sowie frische Brot- und Backwaren (24 Prozent). Fleisch und Wurst sowie Käse als Frischwaren bietet den Angaben zufolge immerhin gut jeder dritte Lebensmittel-Shop an (33 beziehungsweise 35 Prozent).

Die Lebensmittel-Produktkategorien mit der größten Online-Verfügbarkeit sind haltbare Waren (63 Prozent), Süßwaren und Snacks (59 Prozent) und alkoholfreie (48 Prozent) sowie alkoholischen (47 Prozent) Getränke. Für die Studie wurde das Lebensmittel-Angebot von 250 Onlineshops ausgewertet.

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