Studie: Länder mit schärfster Internet-Zensur

Berlin - Die weltweit strengste Internet-Zensur herrscht einer Studie zufolge in den Ländern Birma, China, Iran, Nordkorea, Turkmenistan und Vietnam.

Zu diesem Schluss kommt der Geograf Barney Warf von der US-Universität Kansas, dessen Untersuchung die Fachzeitschrift “GeoJournal“ veröffentlicht hat. Warf analysierte Ursachen, Art und Ausmaß von Einschränkungen beim Zugang zum Internet. Außerdem untersuchte er Proteste gegen die Zensur. An Einschränkungen der Internet-Nutzung lasse sich ablesen, wie weit entwickelt und offen das politische System eines Landes sei, erklärte Wharf. Der Verzicht auf Zensur ist Warf zufolge also auch ein Gradmesser für Demokratie.

Der Wissenschaftler lehnte sich auch an den Bericht “Feinde des Internets“ an, den die Organisation Reporter ohne Grenzen jährlich herausgibt. “Die globale Verbreitung des Internets stellt eine wachsende Herausforderung für viele autoritäre Regime dar“, schreibt Warf. Die Zensur reiche von gemäßigter Einflussnahme - etwa bei Pornoseiten - bis hin zur Verhaftung und Hinrichtung von Systemkritikern, die das Netz für ihren Kampf zu nutzen versuchen.

Warf führt Deutschland in der Kategorie “unzensiert“. Jedoch macht er zwei Einschränkungen: Kinderpornografische Seiten und Inhalte, die rassistisch oder neonazistisch sind, werden blockiert. So sei es etwa mit Google in Deutschland nicht möglich, nach historischen Objekten mit NS-Symbolen zu suchen. Grundlage dafür ist ein Gesetz, das die Holocaust-Leugnung in Deutschland unter Strafe stellt. In den USA sehen Gerichte das Verharmlosen oder Negieren der systematischen Judenermordung noch im Rahmen des Grundrechts auf Meinungsfreiheit. Der Download des Warf-Artikels “Geographies of global Internet censorship“ (Geografien der globalen Internet-Zensur) in “GeoJournal“ ist nur für Abonnenten oder per Einmalzahlung einer Gebühr möglich.

dpa

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