Studie: Zahl der Raucher in Europa sinkt

- München - Die Zahl der Raucher in Europa hat in den vergangenen zehn Jahren deutlich abgenommen. Während das aktive Rauchen um 15 Prozent zurückging, sank das passive Rauchen durch den Qualm anderer sogar um 40 Prozent.

Das ergab eine Studie mit 9000 Teilnehmern in 14 Ländern, an der auch das Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit GSF in Neuherberg bei München mitgewirkt hat. Die Studie erscheint in der Märzausgabe des Fachblatts "European Respiratory Journal" (DOI: 10.1183/09031936.06.00106605).

In der ersten Befragung hatte noch mehr als jeder dritte der Teilnehmer (33,9 Prozent) geraucht. Zehn Jahre später waren es nur noch 28,7 Prozent. Das entspricht einem Rückgang um 15 Prozent. Allerdings ging die Zahl der Raucher bei den Männern stärker zurück als bei den Frauen. Ein Grund dafür könnte nach Ansicht der Forscher sein, dass Frauen Angst vor einer Gewichtszunahme hätten, wenn sie mit dem Rauchen aufhörten. Dafür spreche die Tatsache, dass die Bereitschaft übergewichtiger Frauen deutlicher geringer sei, auf die Zigarette zu verzichten.

Als weiteres Hindernis für die Aufgabe des Rauchens machten die Forscher rauchende Mitbewohner oder Kollegen aus. In einer Umgebung, in der nicht geraucht werde, falle der Verzicht deutlich leichter. Auch die Bildung spielt eine Rolle. Kampagnen gegen das Rauchen sollten sich daher vor allem an Menschen aus schwächeren sozialen Schichten und mit geringerer Bildung richten, empfehlen die Autoren der Studie.

Noch deutlicher als das aktive Rauchen ging das Passivrauchen zurück. Während in der ersten Befragung noch 40,6 Prozent der Studienteilnehmer davon betroffen waren, waren es zehn Jahre später nur noch 24 Prozent. Dies entspreche einem Rückgang von rund 40 Prozent. Zu diesem Erfolg hätten unter anderem strengere Vorschriften zum Rauchen in der Öffentlichkeit beigetragen. In vielen Ländern ist das Rauchen etwa in Restaurants verboten. Außerdem hat sich nach Einschätzung der Forscher aber auch die Einstellung der Menschen verändert. Das Bewusstsein für die Gefahr durch das Passivrauchen sei größer geworden.

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