Studien über den kleinen Unterschied

- Wie wirkt sich das Verhältnis der Geschlechter in einer Firma aus? Wie entwickelt sich die Rolle von Frau und Mann in einer Kultur, wie verändert sie sich? Nicht nur an den Unis boomt die Geschlechterforschung. Immer mehr Wissenschaftler - und vor allem Wissenschaftlerinnen - beschäftigen sich mit Fragen der Gender Studies. Der Ursprung der Forschungsrichtung liegt in den 70ern. Die Gender Studies entwickelten sich aus den Women's Studies, die etwa 1970 Einzug in einige US-amerikanische Universitäten hielten.

Heute ist die Geschlechterforschung ein fester Bestandteil in Lehre und Forschung.

Die Professorin Ulla Mitzdorf, Frauenbeauftragte der Ludwig-Maximilians-Universität, ist überzeugt, dass die Gender Studies Wesentliches beigetragen haben, die Situation der Frauen an den Hochschulen zu verbessern. Noch immer gäbe es allerdings zu viele Männer in den Führungspositionen der Unis, meint Mitzdorf. Den Ergebnissen der Geschlechterforschung verschließen, könne sich heute aber niemand mehr. Zwar sind Beteuerungen, Frauen stärker fördern zu wollen, in den Reden von Rektoren und Präsidenten heute ein Gemeinplatz. Doch nicht immer folgen den Worten Taten. "Das ist deren Job, doch lange nicht alle denken so, wie sie reden", sagt Mitzdorf, die auch Sprecherin der Universitätsfrauenbeauftragten ist.

In der LMU beschäftigt sich Prof. Andrea Dorothea Bührmann mit Gender Studies. Die Soziologin untersucht, welche Rolle das Geschlecht im Beruf spielt. Außerdem hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, mehr Mädchen für Technik zu begeistern. "Es ist gesellschaftlich unbedingt notwendig, dass auch Frauen in technischen Berufen arbeiten. Das erweitert auch die Sicht auf die Probleme in den Ingenieurberufen", sagt Bührmann. Dazu müsse man Wege finden, stereotype Formen in der Ausbildung aufzubrechen.

Dass sich solche festen Formen aufbrechen lassen, sah man jüngst auf Deutschlands Straßen: Bei den Fußball-Festen waren die weiblichen Fans ganz vorne am Ball. "Hier hat man es verstanden, Frauen für einen Sport zu begeistern, mit dem sie eigentlich sonst weniger anfangen können", sagt sie. Ähnliches könne auch in männlich dominierten Studienfächern geschehen, wie etwa Maschinenbau.

Fanfeste der WM als Vorbild

Obwohl sich die Situation für Frauen an Universitäten verbessert hat, gibt es für Sozialwissenschaftler noch viel zu tun. Denn es gibt noch viele Probleme an den Universitäten, die auf eine Lösung warten, etwa, warum Akademikerinnen so wenig Kinder bekommen. Auch machen noch zu wenige Wissenschaftlerinnen Uni-Karriere. "Letztlich wollen wir eine völlige Gleichstellung der Frauen an den Universitäten erreichen", sagt Mitzdorf. Heute sind an der LMU neun Prozent der Professoren-Stellen mit Frauen besetzt. "Unser Ziel ist, dass sie die Hälfte der Stellen besetzen", erklärt Mitzdorf, "nicht nur an der LMU."

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