Studienfinanzierung: privat oder staatlich?

- Die Zukunft des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BAföG) für Studierende aus einkommensschwachen Familien ist im Zuge der Einführung von Studiengebühren und privaten Stipendiensystemen wieder in einer hitzigen Diskussion.

Spielraum für Spekulationen, was im Falle eines Wahlsieges der CDU im Jahr 2006 aus dem BAföG wird, eröffnete in der letzten Woche die Kultusministerin von Baden-Württemberg, Annette Schavan (CDU), in einem Interview mit der Zeitung "Die Welt". Hierin betonte sie, dass "das BAföG noch so lange erhalten bleiben muss, bis es einen attraktiven Markt der Bildungsfinanzierung gibt".<BR><BR>Doch obwohl die CDU-Vorsitzende Angela Merkel sofort um Schadensbegrenzung bemüht war und versicherte, dass niemand die Absicht habe, das BAföG abzuschaffen, hält man in der SPD den Zeitpunkt, die BAföG-Regelung zu thematisieren, nicht für einen Zufall.<BR><BR>"Es kommt nicht von ungefähr, dass die Diskussion um das BAfÖG gerade jetzt mit der Einführung der Studiengebühren und der Fragen der Finanzierung der akademischen Ausbildung wieder aufbrandet", sagt Wolfgang Vogel, hochschulpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion in Bayern. "Die SPD spricht sich klar gegen eine Abschaffung des BAföG und gegen Studiengebühren aus."<BR><BR>Ähnlich sieht es auch der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks, Achim Meyer auf der Heyde. "Das BAföG abzuschaffen hieße, sich von der Idee der Chancengleichheit zu verabschieden. <BR><BR>Der von Schavan im Namen der unionsregierten Länder als Alternative zum BAföG in Aussicht gestellte "attraktive Markt der Bildungsfinanzierung" ist erst in Umrissen zu erkennen."<BR><BR>Auch in München beschäftigt man sich mit der Frage, wie zuverlässig die Wirtschaft bei einem Aufbau eines funktionierendes Stipendiensystems sein kann.<BR><BR>"Ich habe nicht das Vertrauen in die Unternehmen, dass sie ein zuverlässiges Stipendiensystem für alle Studenten aufbauen kann. Die staatliche Förderung ist für die Studierenden viel berechenbarer. Mit ihr können die Unterstützten während ihres Studiums sicher planen", sagt Wolff Wölffing, Leiter des Amtes für Ausbildungsförderung des Studentenwerks München. <BR><BR>Im Bayerischen Wissenschaftsministerium dagegen hält man sich bedeckt: "BAföG ist ein Bundesgesetz, da haben wir sowieso kein Mitspracherecht", erklärt Christoph Parchmann, Sprecher im Ministerium. "Doch Konzepte zur Studienfinanzierung bieten andersweitig noch ein großes Entwicklungspotenzial. Sparen für Bildungszwecke etwa könnte man steuerlich sehr gut vergünstigen." 

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