Stürme aus dem brennenden Stern

- Die Wissenschaftler vom GeoForschungsZentrum Potsdam trauten ihren Augen kaum, als sie im Oktober vor zwei Jahren auf ihre Messgeräte blickten. Sie wurden Zeugen des stärksten Sonnensturms seit 14 Jahren. Die meisten Menschen in der Bundesrepublik schliefen noch, als kurz nach sechs Uhr eine gewaltige Wolke elektrisch geladener Teilchen, die die Sonne ausgespuckt hatte, die Erde traf. "Zu solchen Ereignissen kommt es, wenn die Sonne große Mengen Materie ins All ausstößt", erklärt Professor Hermann Lühr vom GeoForschungsZentrum.

Lühr hat das Ereignis vom Oktober 2003 mit ausgewertet. "Sobald die Teilchen auf das Erdmagnetfeld treffen, erzeugen sie starke Schwankungen dieses Feldes", sagt Lühr. Menschen auf der Erde merken das Teilchenbombardement, das vor allem aus Elektronen und Protonen besteht, nicht am eigenen Körper. "Doch der Teilchensturm kann zu Störungen des Funkverkehrs und des Radioempfangs führen", betont der Physiker. Der vorletzte große Sonnensturm war sogar so gewaltig, dass im Jahr 1989 in weiten Teilen Kanadas die Stromversorgung zusammenbrach. Der spektakulärste jemals beobachtete Sonnensturm ereignete sich aber im Jahre 1859, als Kurzschlüsse weltweit die gerade eingeführten elektrischen Telegraphenleitungen lahmlegten.In der Regel wird der solare Teilchensturm schon vom Erdmagnetfeld abgefangen und somit am Blauen Planeten vorbeigeleitet. Zusätzlichen Schutz davor bietet die Atmosphäre.An den Polen jedoch treffen die Elektronen nicht senkrecht auf das Magnetfeld, sondern fliegen parallel dazu. Damit gelangen die geladenen Teilchen bis in die unteren Schichten der Atmosphäre. Dort bringen sie die Luftteilchen zum Leuchten. Es entstehen Polarlichter. Meist sind sie ein Spektakel aus grünen und roten Farben. Dieses Phänomen beruht auf der Wechselwirkung der einfallenden Elektronen mit den Teilchen der Atmosphäre. Treffen die Elektronen auf Sauerstoffatome, entsteht grünes oder rotes Polarlicht. Werden Stickstoff atome zum Leuchten angeregt, sind vorwiegend blaue und violette Farbtöne zu beobachten.

Besonders viele Sonnenstürme kann man alle elf Jahre beobachten. Sie sind gekoppelt an das Auftreten von Sonnenflecken. Das sind Areale, die durch die Teleskope etwas dunkler erscheinen als ihre Umgebung. Lühr: "Zurzeit haben wir eine Phase, in der wenige Sonnenstürme auftreten."

Lexikon aktuell:Sonnenstürme haben ein Tempolimit: Wenn sich auf der Sonne eine heftige Eruption ereignet, dauert es mindestens zwölf Stunden, bis man auf der Erde die Auswirkungen registrieren kann. Die schnellste jemals gemessene Geschwindigkeit von solaren Teilchen war 2700 Kilometer pro Sekunde.

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