Super-Aids-Virus löst Streit unter Experten aus

- München - Die Meldung über einen neuen "Super-Aids-Virus" spaltet die Expertenwelt. Während das Gesundheitsamt New York Alarm schlägt, halten deutsche Mediziner die Warnung für eine "übertriebene Horrormeldung". Als "besorgniserregend" bezeichnen sie indessen die Zunahme resistenter Erreger auch in Deutschland.

<P>Die Entdeckung des neuartigen, extrem aggressiven HI-Virus hat die Mediziner in den USA aufgeschreckt. Nach Angaben der amerikanischen Gesundheitsbehörde wurde der Virenstamm im Januar bei einem Mann Mitte 40 entdeckt. Bereits nach zwei Monaten brach bei ihm Aids voll aus - traten also jene Krankheiten auf, die sich bei therapierten Patienten im Durchschnitt erst nach zehn Jahren entwickeln. Das Virus sei zudem gegen alle üblichen Aidsmedikamente immun. <BR><BR>Der Mitentdecker des HI-Virus, Robert Gallo, bezeichnete die Aufregung in den USA als "viel Lärm um nichts". Es sei bekannt, dass Aids bei manchen Patienten besonders schnell ausbreche; ungewöhnlich sei allenfalls, dass das Virus zugleich immun gegen moderne Therapieformen sei. Auch der Münchner Aids-Spezialist Professor Johannes Bogner hält die panische Reaktion auf den New Yorker Fall für überzogen. Allerdings sei das Auftreten multiresistenter Erreger leider kein Einzelfall mehr. Bereits bei etwa 15 Prozent der neuen Infektionen sei mindestens eines der vier herkömmlichen Medikamente unwirksam. "Diese Entwicklung ist alarmierend", sagt Bogner. "Eine HIV-Infektion wird heute von vielen als zu harmlos angesehen."<BR><BR>Eine Sprecherin des New Yorker Gesundheitsamtes bekräftigte derweil, die Warnung sei nicht leichtfertig und erst nach Rücksprache mit Experten ausgesprochen worden.<BR></P>

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