Besuch in der Entwicklungszentrale der Telekom

T-Gallery: Zukunft beginnt in der Entwicklung

Die nächste Generation. Wer einen Einblick in die T-Gallery erhält, fühlt sich in die Kommandozentrale des Raumschiffs Enterprise versetzt. Sprachbefehle (vor allem aber funktionierende Spracherkennung) und Gestensteuerung lenken die Technik im Zukunftsforum der Deutschen Telekom.

Ecken sucht man in dem riesigen Rundgang in der Bonner Firmenzentrale vergebens. Seine wahre Freude hätte hier ein Designer wie Luigi Colani. Denn gefühlt ist alles im Fluss in diesem Raum, in dem der Konzern Produkte und Dienste von morgen als Prototypen präsentiert.

„Häuser erwachen“ sagt ein Mitarbeiter und führt durch die T-Gallery, in der 60 HD-Beamer einen medialen Horizont an die Wand projizieren. Komplett vernetzt sollen Menschen künftig von jedem Raum, von jedem Ort aus Zugriff auf Inhalte an anderen Orten haben - mit einfachsten Mitteln, etwa dem eigenen Handy und „intelligenten“ Möbeln, die Sprache und Gesten verstehen. Das Zukunftskonzept der Telekom konzentriert sich auf Einfachheit in der Bedienung, vor allem aber auf die Vernetzung über die Cloud, die zugleich Geschäftsmodell ist.

Sich mit der digitalen Signatur ausweisen

Schon keine Zukunftsmusik mehr: Warum nicht dem entfernt lebenden Partner per Handy eine Liebesnotiz an die Monitor-Pinnwand des modernen Kühlschranks heften? Oder auf dessen Fernseher ein Urlaubsbild schicken, das dieser speichern und kommentieren kann? Warum nicht einen Film bei der Zugfahrt weitersehen, den man daheim unterbrechen musste? Oder automatisch per Mail einen Termin verschieben lassen, weil man im Stau steckt und die GPS-Berechnung erkennt, dass man sich verspätet?

Zur Identifikation der Anwender und der Berechtigung zur Servicenutzung setzt die Telekom auf die „digitale Signatur“, die alle Handybesitzer in Form einer SIM-Karte mit sich führen.

Schon jetzt werden Smartphones wie Apples iPhone weniger zum Telefonieren denn für alle nur vorstellbaren Anwendungen eingesetzt. Vor allem Apple setzt Maßstäbe in der einfachen Bedienung eines Gerätes - und in Sachen Design und Bedienung. Die Bonner stellen sich deswegen für die Zukunft die Frage: Was kann man weglassen, um aus der Technik- und Informationsmasse Qualität über das Design zurück zu holen? Die Einfachheit managen und Technik dadurch massentauglich machen? Das Ziel der Prototypen in der T-Gallery ist also klar: Technologie soll aus Kundenperspektive kreiert werden.

Die Zukunft beginnt in der Entwicklung, und die Bonner bieten hier großartige Ideen, Ansätze und Ausblicke. Am Ende wird die Nutzer aber vor allem eins interessieren: die Preisgestaltung und - mit Blick auf den Datenschutz - die Sicherheit der in der Cloud abgelegten Daten. Was für die Zukunft hier zu erwarten ist, verrät auch ein Besuch in der T-Gallery nicht. Aber er macht enorm neugierig.

Hintergrund: Cloud Computing

Cloud Computing bezeichnet den Ansatz, Rechenkapazitäten, Datenspeicher und Anwendungen über das Internet und nicht mehr nur auf dem lokalen Rechner zur Verfügung zu stellen. Die Dienste werden nach tatsächlicher Nutzung abgerechnet. Die eigene Datenverarbeitung wird dabei „ausgelagert“. Datenschützer sehen das zentrale Problem darin, die Integrität und Vertraulichkeit der Datenverarbeitung des Nutzers zu gewährleisten.

Von Jens Nähler

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