Die tägliche Medizin

- Zecken vermehren sich dieses Jahr prächtig. Weil sie Krankheitserreger übertragen, rieten Ärzte darum zur Impfung. Doch schützen sollte man sich nicht nur gegen FSME. Viele andere Infektionen können zu schweren Spätfolgen führen. "Es reicht schon ein Piekser mit einem Rosendorn", warnt Sigrid Ley-Köllstadt vom Deutschen Grünen Kreuz. Gerade bei der Gartenarbeit kann man sich sehr leicht mit Tetanus-Bakterien infizieren. Die Keime lauern überall in der Erde. Im Körper vermehren sie sich und bilden ein Gift, das zu Muskelkrämpfen und sogar zum Erstickungstod führen kann.

Auffrischung wichtig

Nur eine Impfung schützt vor der Infektion. Doch gerade einmal 70 Prozent der Erwachsenen sind gegen Tetanus geimpft. Viele vergessen die Auffrischung nach zehn Jahren. Das gilt auch für die Impfung gegen Diphtherie, eine Infektion der Atemwege, die oft tödlich verläuft. Vor beiden Krankheiten schützt darum ein Kombi-Impfstoff. Wer als Kind nicht gegen Polio (Kinderlähmung) geimpft wurde, sollte das schnell nachholen. Eine Spritze ersetzt dabei seit 1998 die Schluckimpfung. Personen über 60 Jahren sollten sich zudem gegen Grippe (Influenza) und gegen Pneumokokken impfen lassen. Letztere lösen eine gefährliche Lungenentzündung aus.

Das Risiko ist gering

Die meisten Impfungen werden jedoch nur für Kinder empfohlen. Kombi-Präparate verringern die Zahl der Injektionen. So schützt eine Sechsfach-Impfung vor Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten (Pertussis), Hepatitis B, Polio und Haemophilus influenza. Die MMR-Impfung verhindert dagegen Infektionen mit Masern, Mumps und Röteln. Vor kurzem wurde der Impfstoff um einen Wirkstoff gegen Windpocken (Varizellen) erweitert. Aus Angst vor Nebenwirkungen verzichten jedoch viele Eltern auf den Schutz für ihr Kind. Doch Impfschäden sind selten: Komplikationen treten bei der Masern-Impfung gerade einmal in einem von einer Million Fällen auf. Bei einer Infektion muss dagegen einer von 1000 Infizierten mit einer Entzündung des Gehirns rechnen. Selbst nach 20 Jahren kann noch eine tödliche Hirnhautentzündung auftreten. "Eltern, die ihren Kindern den Impfschutz verweigern, verletzen deren Menschenrechte", sagt Reinhard Kurth vom Robert-Koch-Institut (RKI).

Einen Impfkalender gibt es >>>hier

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