Die tägliche Medizin

- Plötzlich rauscht, piept oder brummt es im Ohr. Es ist pulsierend, gleichbleibend oder rhythmisch. 35 bis 45 Prozent der über 17-Jährigen hören vorübergehend solch ein Geräusch. Bei 15 Prozent hält dies jedoch länger als 15 Minuten an: Tinnitus. "Allerdings ist Tinnitus keine Krankheit, sondern lediglich ein Symptom", sagt die Münchner HNO-Ärztin Dr. Kirsten Nogaschewski bei einem Vortrag im Münchner Frauengesundheitszentrum (FGZ).

Einige leiden darunter überhaupt nicht, andere können nicht mehr schlafen und werden letztlich sogar arbeitsunfähig. Auslöser gibt es viele: Ein Infekt, eine Entzündung, ein lauter Knall wie bei einer Explosion, ein Tauchunfall, sogar eine Schilddrüsen-Erkrankung oder Störungen an der Halswirbelsäule oder am Kiefergelenk. Oder es erwischt Menschen, deren Muskeln so sehr angespannt sind, dass sie vorübergehend eine Durchblutungs-Störung haben.

Hörverlust auf einem Ohr

Doch nicht nur ein Geräusch im Ohr kann einem zusetzen. Manche hören ganz abrupt schlecht. "Aus völliger Gesundheit heraus haben sie - ohne Schmerzen zu spüren - einen Hörverlust, der mit der völligen Ertaubung enden kann", berichtet die HNO-Ärztin. Als ob man Watte im Ohr habe. In der Regel habe man nur auf einem Ohr einen Hörsturz. "Nur fünf Prozent der Menschen passiert das gleichzeitig auf beiden Ohren", sagt Nogaschewski. Ein Hörsturz sei zwar ein Eilfall. Dies bedeute jedoch nicht, dass man mitten in der Nacht ins Krankenhaus rennen muss. "Spätestens 48 Stunden später sollte man einen Facharzt aufsuchen."

Durchblutung fördern

Die Ursachen für einen Hörsturz sind ähnlich wie beim Tinnitus. Bluthochdruck, hohe Blutfette, Rauchen, Übergewicht oder Diabetes begünstigen indes den plötzlichen Hörverlust. "Und Menschen, die viel Stress haben, kommen nicht selten mit Hörstörungen in unsere Praxis", sagt Nogaschewski. Denn bei ihnen werden vermehrt Stress-Hormone freigesetzt, die Gefäße ziehen sich zusammen, es tritt ein Sauerstoffmangel auf. Daher sind Entspannungsübungen oder autogenes Training für die Heilung das A und O. Um den Sauerstoff-Mangel zu beseitigen, erhalten Patienten zudem Infusionen oder Tabletten, die die Durchblutung fördern. Da aber auch andere Organe mehr durchblutet werden, klagen bei der Behandlung viele über Übelkeit oder Kopfschmerzen.

Weitere Informationen:

www.tinnitus-liga.de

www.hno.org

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Jeder Vierte klebt Webcam oder Selfie-Kamera ab
Eine Webcam ist praktisch für Videotelefonie mit Freunden. Doch birgt das Gerät auch Gefahren. Deshalb neigen viele Deutsche dazu, die Kamera an technischen Geräten zu …
Jeder Vierte klebt Webcam oder Selfie-Kamera ab
Chrome-Browser jetzt updaten
Internet-Browser können immer wieder Sicherheitslücken enthalten. Diesmal betrifft es Chrome, den Browser von Google. Daher sollten Nutzer möglichst schnell ein Update …
Chrome-Browser jetzt updaten
Top Ten der Game-Apps: Zeit zurückdrehen und Schlangen-Spaß
Eine Reise in die Vergangenheit unternehmen iPad-Nutzer gerade gerne. Das Rollenspiel "Life is strange" ermöglicht einen Blick zurück. Dabei werden düstere Geheimnisse …
Top Ten der Game-Apps: Zeit zurückdrehen und Schlangen-Spaß
iOS-Charts: Mathematisches Knobeln und Pisten-Begleiter
An mathematischen Rätseln erfreuen sich Menschen schon ewig. iPad-Nutzern hat es in dieser Woche aber eine besondere Knobel-App angetan. Outdoor-Fans haben sich dagegen …
iOS-Charts: Mathematisches Knobeln und Pisten-Begleiter

Kommentare